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Schwerin: Plagiate im Visier der Verbraucherschützer : Piraten das Handwerk legen

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"Wir sind sehr am Schutz der Verbraucher interessiert", ergänzt Klaus Banner, Manager des Schlosspark-Centers. Dazu gehöre auch die Aufklärung über Produkt- und Markenpiraterie.

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erstellt am 08.Jul.2011 | 11:44 Uhr

Hautausschlag nach dem Knuddeln eines billigen Plüschtieres oder dem Tragen eines auffallend preisgünstigen T-Shirts sind noch eher harmlose Folgen von Produktpiraterie. Deutlich schlimmer, ja sogar lebensbedrohlich kann es werden, wenn gefälschte Medikamente oder Marken-Werkzeuge wie Kettensägen oder Autoteile verwendet werden. "Produkt- und Markenpiraterie ist mittlerweile in allen Marktbereichen anzutreffen. Der Anteil gefälschter Produkte am Welthandel hat drastisch zugenommen. Es ist dringend notwendig, etwas dagegen zu tun", sagt IHK-Präsident Hans Thon. "Wir sind sehr am Schutz der Verbraucher interessiert", ergänzt Klaus Banner, Manager des Schlosspark-Centers. Dazu gehöre auch die Aufklärung über Produkt- und Markenpiraterie. Dies wiederum helfe auch der einheimischen Wirtschaft, fügt Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, hinzu.

Um möglichst viele Verbraucher zu erreichen und für dieses brisante Thema zu sensibilisieren, haben sich jetzt die verschiedenen Partner an einen Tisch gesetzt und bereiten gemeinsam eine Aktionswoche gegen Markenpiraterie im Schlosspark-Center vor. Vom 29. August bis 3. September soll dort in der Ladenpassage eine aussagekräftige Ausstellung gezeigt werden, die mit speziellen Veranstaltungen zu ausgewählten Themen dieser Problematik flankiert wird. Dabei sollen anhand konkreter Beispiele Gefahren der Produkt- und Markenpiraterie aufgezeigt und Möglichkeiten des Schutzes davor dargestellt werden.

Geplant ist beispielsweise, dass anhand von echten Autoteilen die Unterschiede zwischen Markenprodukten und gefälschten gezeigt werden. Dass Gefahren vom Einbau minderwertiger Bremsbeläge oder -klötze ausgehen, dürfte selbst dem Laien klar sein. Doch auch Schrauben und Muttern, die nicht den Qualitätsansprüchen genügen, können zu gefährlichen Fallen werden. Mitarbeiter der Schweriner Mercedes-Benz-Niederlassung werden das anschaulich demonstrieren.

Über die Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von Textil-Plagiaten, minderwertigen Spielzeugen oder gefälschten Medikamenten ausgehen, werden Experten von der AOK berichten. Anhand von Fotos werden Beispiele plastisch.

Über rechtliche Aspekte im Umgang mit Plagiaten und Einfuhrbestimmungen, etwa für Bekleidung, können Mitarbeiter der Zollbehörden und des Landeskriminalamtes informieren. Auch sie werden praktische Beispiele aus ihrem Alltag vorstellen und Ratschläge geben, wie sich die Schweriner vor unliebsamen Überraschungen schützen können. Diesen Aspekt wird die Neue Verbraucherzentrale noch vertiefen. Ihre Mitarbeiter werden die Ausstellungsbesucher auch vor Gefahren von Internetgeschäften warnen. Präsentation von Originalen und Lieferung von Plagiaten ist keineswegs selten, wissen die Verbraucherschützer aus Erfahrung.

Speziell für kleine und mittlere Unternehmen organisiert die IHK eine Fachveranstaltung im Ludwig-Bölkow-Haus, bei der Mitarbeiter des Zoll referieren und Fragen beantworten.

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