Pinnow hat Nutzungsrechte für Heizhaus zurückerworben

Jürgen Steguhn, ehrenamtlicher Leiter des Eigenbetriebes Fernwärme Pinnow, am Heizhaus. Hier sind vor allem die Kessel zu erneuern. Foto: Heidrun Pätzold
Jürgen Steguhn, ehrenamtlicher Leiter des Eigenbetriebes Fernwärme Pinnow, am Heizhaus. Hier sind vor allem die Kessel zu erneuern. Foto: Heidrun Pätzold

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11. März 2008, 07:29 Uhr

Seit Januar gibt es den Eigenbetrieb Fernwärme Pinnow. Sein langfristiges Ziel: Die Energiekosten senken. Betreiber war zuletzt ein Crivitzer Unternehmen. Pinnow Heidrun Pätzold„Zum Oktober des Vorjahres hat unsere Gemeinde alle Nutzungsrechte des bisherigen Betreibers aus Crivitz zurückerworben. Das hat uns 400 000 Euro gekostet“, erzählt Bürgermeister Andreas Zapf. Drei Monate habe die Gemeinde das Heizhaus allein betrieben. Seit Jahresanfang gibt es nun den Eigenbetrieb Fernwärme Pinnow. Dessen Leiter ist Jürgen Steguhn, sein Stellvertreter Eberhard Klesper – beide arbeiten dafür ehrenamtlich.

Als Betriebsbesorger gewann die Gemeinde ein Tochterunternehmen der Wemag, die Mea. „Sie hat uns zu Beginn gleich sehr unterstützt“, so Zapf. Der Bürgermeister nennt auch den Grund der Trennung vom vorherigen Betreiber: „Wir waren mit den Leistungen des privaten Unternehmens sehr unzufrieden, und die Grundstückseigentümer, die Fernwärme aus dem Heizhaus bezogen, über die Preisgestaltung verärgert.“ Für viele sei sie gar nicht nachvollziehbar gewesen – auch wenn die Energiepreise objektiv in die Höhe kletterten.

Die Unzufriedenheit führte sogar dazu, dass einige Hausbesitzer sich vom Heizhaus abkoppelten und sich eine eigene Wärmeversorgung einbauten. „Das kann aber nicht die Lösung sein“, sagt Jürgen Steguhn, der selbst in einem der beiden Wohngebiete zu Hause ist und die jahrelangen Querelen um das Heizhaus miterlebt hat. Die Anlage, die mit Erdgas betrieben wird, ist Anfang der 90er Jahre mit Fördermitteln errichtet worden. Aber immer wieder standen das Heizhaus bzw. die Betreiber in der Kritik.

Die Gemeinde hat sich nun ein Bild über den Zustand der Anlage verschafft. Und der sei nicht erfreulich, sie müsse dringend saniert werden. Deshalb habe die Kommune auch schon einen Antrag auf Fördermittel gestellt, so Steguhn.

Ziel müsse es sein, den steigenden Energiekosten entgegenzuwirken. Steguhn: „Wir peilen einen so genannten Wärmemischpreis zwischen 60 und 100 Euro pro Megawattstunde an.“ Derzeit liege dieser Nettopreis bei 120 Euro. „Wir sind dabei, das Problem zu lösen. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Ein bisschen Zeit braucht es schon“, blickt der Pinnower voraus.
Einen ersten bescheidenen Lichtblick gibt es dennoch: Die Gemeinde konnte durch kleine technische Veränderungen und kaufmännisches Geschick den Preis bereits etwas senken. Kosteneinsparungen im größeren Ausmaß verspricht sich Pinnow vor allem aber durch verstärkten Einsatz von regenerativen Energieträgern, zum Beispiel von Hackschnitzeln.

Einige Energieträger wie Heizöl sind hier von vornherein ausgeschlossen. Der Grund: Die Gemeinde liegt in der Trinkwasserschutzzone, ihr sind daher Beschränkungen auferlegt.

Fakt sei, so Steguhn, dass die Gemeinde den Verbrauch von Erdgas künftig erheblich drosseln möchte. Es soll dann nur noch zu Spitzenzeiten eingesetzt werden, wenn in den Haushalten hoher Energiebedarf besteht. Ansonsten sind alternative Energieträger gefragt. Welche das konkret sein werden, weiß Steguhn auch noch nicht. „Wir holen uns den Rat von Fachleuten ein.“

Im April bzw. Mai will die Gemeinde ihre Vorschläge den Einwohnern in den beiden Wohngebieten präsentieren. Bis zur nächsten Heizperiode, so der Leiter des Eigenbetriebes Fernwärme Pinnow, will man erste Resultate vorlegen: Die Erneuerung der verschlissenen Kessel soll dann abgeschlossen sein.

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