Peter Maffay - Alt-Rocker mit Schmusegarantie

Peter Maffay, wie ihn seine Fans kennen und lieben: durchtrainiert, tätowiert und in Lederweste.
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Peter Maffay, wie ihn seine Fans kennen und lieben: durchtrainiert, tätowiert und in Lederweste.

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03. November 2010, 10:04 Uhr

Hamburg/Rostock/Ludwigslust | Es war ein Erfolg mit Ansage, den Peter Maffay, seine Band und das "Philharmonic Volkswagen Orchestra" am Dienstag Abend in der mit 11 000 Fans vollbesetzten Hamburger Halle als Auftakt zu ihrer großen Deutschlandtournee gefeiert haben. Neues Album, neues Konzept, neue Songs und doch an vielen Stellen ein Rückgriff auf die bewährten Riesenhits, das alles gekoppelt mit handgemachter, rockiger Musik, extrem guten Sound und vielen eingängigen Texten. Von der ersten Sekunde an klang vor allem Maffay so, wie ihn seine Fans erwartet hatten. Und seine Anhänger machten es ihm extrem leicht. Gerade weil sie mit ihm über die Jahrzehnte älter geworden sind, sangen Tausende inbrünstig fast jeden Titel und Zeile für Zeile mit, textsicher natürlich.

Es war eine Show mit vielen optischen Überraschungen, die Fahrt von Peter Maffay auf die Bühne mit einer Harley gehört nicht dazu. Das in einem riesigen Setzkasten platzierte VW-Orchester schon, auch wenn die musikalische Wirksamkeit des klassischen Klangkörpers den ganzen Abend über sehr eingeschränkt blieb. Es war vor allem ein Rockkonzert und es blieb es auch, trotz Orchesters. Und der Mann, der einmal als Schlagerstar begann und das auch nicht versteckt, spricht in den Pausen viel mit seinem Publikum. Vor allem geht es um die Freude, endlich wieder auf Tour zu sein. Denn im Studio, da wisse man nie so genau was man da mache.

Schon vor dem ersten Ton war die Tour fast ausverkauft, es geht um immerhin 250 000 Zuschauer insgesamt, allein in diesem Jahr gibt es 12 Termine, einer davon am 9. November in der längst ausverkauften Rostocker Stadthalle mit ihren nur 4000 Plätzen. Die, die ein Ticket haben, können sich auf eine musikalische Zeitreise einstellen. Auch wenn es mit "Tattoos" ein neues Album gibt, bedient der immer noch durchtrainierte 63-jährige Maffay sein Publikum mit fast all seinen Hits. Spätestens bei "Es war Sommer" ist es bei den meisten in der Halle mit der Zurückhaltung vorbei. Ganze Generationen singen lauthals mit. Das steigert sich noch bei "Über sieben Brücken musst du gehen" . Auch hier beweist Maffay Größe, in dem er darauf hinweist, dass dieser Titel eigentlich von "Karat" stammt und zeigt dazu im Hintergrund Videos mit dem verstorbenen Karat-Sänger Herbert Dreilich. Im Osten wird das gut angekommen, in den alten Ländern halten diesen Song ja immer noch viele für einen von Peter Maffay.

Der fühlt sich in den mehr als zwei Stunden (ohne Zugaben) immer wohler auf der Bühne und läuft vollends zur Hochform auf, als er mitten im Saal eine ganz kleine Bühne erklimmt und mit wechselnden Besetzungen einige der neuen, sehr einfühlsamen Lieder vorstellt. Hier gerät der Saal völlig aus dem Häuschen, als Maffay auch noch vom extrem gut aufgelegten Mundharmonika-Spieler Chris Kramer begleitet wird. Später lässt es seine Band dann mit einigen Rock-Klassikern krachen, bevor der Auftakt dann mit Zugaben nach fast zweieinhalb Stunden zu Ende geht. Das alles unter Begleitung von gut einem Dutzend Kamerateams und unzähligen Pressevertretern, die von Peters neuer Tour durch Deutschland künden.

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