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Krakow am See: 15-Jähriger gilt als „musikalisches Vieltalent“ : Paul Pingel geht die Puste nicht aus

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Das Interesse am Mittelalter brachten den 15-jährigen Paul Pingel aus Krakow am See auf eine Idee, die nicht alltäglich ist. Der Neuntklässler wünschte sich zu Weihnachten einen Dudelsack.

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erstellt am 01.Mär.2011 | 12:04 Uhr

Das Interesse am Mittelalter und speziell an der Musik dieser Zeit brachten den 15-jährigen Paul Pingel aus Krakow am See auf eine Idee, die nicht alltäglich ist. Der Neuntklässler wünschte sich zu Weihnachten einen Dudelsack. Seine Eltern Klara und Wilfried Pingel erfüllten Paul den Wunsch. Darüber freute er sich sehr. Inzwischen beherrscht Paul das seltene Instrument - zumindest in unseren Breiten - schon ganz gut. Autodidaktisch lernt er das Spielen auf dem Dudelsack. Sein Fazit nach den ersten Wochen des Übens: "Es macht riesigen Spaß und ist cool." Aber das Dudelsackspielen ist auch anstrengend. Paul Pingel: "Man braucht viel Puste. Als der erste Gedanke auftauchte, Dudelsack zu spielen, habe ich mich deshalb auch gefragt: Hast du überhaupt die Luft dazu?" Paul hat.

Mit Zwerchfell-Flanken-Atmung die Töne erzeugen

Und so geht es, um dem "Sack" die Töne zu entlocken: Bläser atmen auf eine bestimmte Art und Weise, mit der Zwerchfell-Flanken-Atmung, und sie atmen nach unten in den Bauch. Der Brustkorb und die Schultern dürfen sich beim Einatmen aber nicht bewegen. Am Bauch und den seitlichen Hüften sieht und spürt man bei richtiger Atmung Bewegung. Egal aber, ob Paul einatmet, ausatmet oder eine Atempause einlegt - er muss den Druck im Luftsack konstant halten. Dazu muss er mit dem linken Oberarm arbeiten und den Druck ausgleichen. Spielt er so, dann sind gleichmäßige Töne zu hören. Lässt Paul Schwankungen in der Tonhöhe zu, "jammert" der Dudelsack. Und Paul hat auch schon gelernt: er darf sich nicht verausgaben, er muss ruhig und regelmäßig atmen. Paul: "Ich darf nie ganz ausatmen, sondern muss rechtzeitig nachatmen."

Paul Pingels Dudelsack besteht aus dem Anblasrohr und einer Spielpfeife. Der Name der letzteren erklärt die Funktion: mit ihr wird die Melodie gespielt. Mit den drei Bordunpfeifen spielt Paul je einen andauernden Ton, der zu der Melodiepfeife passt. Paul erklärt weiter: "Die Töne in den Pfeifen werden durch Plättchen erzeugt. In meinem Dudelsack sind sie aus Holz."

Der Dudelsack ist aber bei weitem nicht das einzige Instrument, das Paul Pingel interessiert. Seit Kindergartentagen hat er es mit der Musik, gefördert durch seine Eltern. Sowohl in der Musikschule als auch durch ständiges eigenes Üben und Ausprobieren entwickelte sich Paul zu einem "musikalischen Vieltalent". In der Kita genoss er die musikalische Früherziehung, in der 1. Klasse lernte er Melodika. Später wurde daraus das Akkordeon, das er im Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich spielt. In der 3. und 4. Klasse hatte er Gitarrenunterricht. Gitarre spielte Paul Pingel kürzlich bei der Eröffnung der ersten Ausstellung im neuen Jahr in der "Alten Synagoge". In der fünften Klasse erweiterte er seine Gitarrenkenntnisse als Autodidakt. Daran arbeitet er seit einiger Zeit auch ständig in einer neuen Krakower Band. "Für die vertone ich eigene Songs", nennt er eine weitere musikalische Begabung. Noch steckt die Band allerdings in den "Kinderschuhen". Bei Pauls musikalischer Umtriebigkeit kann man aber davon ausgehen, dass die ersten Auftritte nicht lange auf sich warten lassen.

Nächstes Instrument im Visier: die Mittelalter-Sackpfeife

Aber noch einmal zurück zum Dudelsack. Paul hat ein weiteres mittelalterliches Instrument im Visier: die Mittelalter-Sackpfeife. Paul: "Die hat einen noch anderen Klang. Und wenn der Dudelsack schon laut ist, dann ist die Sackpfeife noch lauter. Sie hat aber auch eine andere Optik." Und einen respektablen Preis: 720 Euro. "Darauf spare ich schon", sagt Paul zwischen zwei Dudelsacktönen.

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