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18. August 2017 | 12:54 Uhr

Partnerin auf vier Pfoten

vom

Perleberg | "Ein Leben ohne Hund war nie geplant", gesteht Torsten Palm offen ein. So lange er denken kann, war ein Vierbeiner an seiner Seite. Jetzt ist es Collie-Hündin Belisha of Locksley Castle. "Sie ist aber schon etwas Besonderes." Belisha ist ein ausgebildeter Rettunghund und gehört zur Staffel des Bundesverbandes Rettungshunde e. V.

Schon im zarten Welpenalter ging es für Belisha in die Schule, natürlich in die für Vierbeiner. "Sie hat alle Instanzen durchlaufen, eine fundierte Ausbildung." Gewisser Stolz klingt da schon aus den Worten des Herrchens. Im August 2008 legte sie die Begleithundeprüfung ab. Ein Rettungshund war Belisha damit aber noch lange nicht. Der Ehrgeiz war aber geweckt und die Neugier.

Seit 1998 gibt es in Wittstock eine Rettungshundestaffel des BRH (Bundesverband Rettungshunde e. V.). Christel Rosenblatt und Dr. Kirsten Tackmann gründete sie. Immer Samstags werden auf einem rund fünf Hektar großen Gelände Rettungshunde ausgebildet und trainiert. "Sechs bis sieben Stunden", fügt Torsten Palm an. Was ein Rettungshund ist, der muss mehr können als die anderen. Belisha ist speziell für die Fläche ausgebildet. "In Trümmer darf sie nicht." Das heißt, die vierjährige Colliehündin sucht auch in unwegsamem Gelände vermisste Personen. Und dabei geht es um jede Minute. Innerhalb von 20 Minuten müssen an die 30 000 Quadratmeter abgecheckt sein. "Da muss man sich auf den Hund auch voll verlassen. "

Hund und Hundeführer sind ein Team. "Ich muss in dem Hund lesen können. Er muss funktionieren beim Einsatz."

Wenn Belisha die signalrote Kenndecke umgehangen bekommt, heißt das für sie, es gibt Arbeit. Ohne Leine geht es ins Gelände. Auf Distanz zu seinem Herrchen muss der Vierbeiner dennoch seine Arbeit tun. Ebenso wichtig ist die Ausbildung an Geräten. Ob Wippe oder schräg liegende Leiter, A-Wand oder Tunnel, der Hund muss damit klarkommen, "denn das Gelände ist auch unwegsam".

Doch nicht nur Kondition und Lenkbarkeit gehören zu den wichtigen Eigenschaften eines Rettungshundes. Er muss auf Menschen geprägt sein, wissen, was er machen muss, wenn er das Opfer findet. Denn nicht alle liegen regungslos auf dem Boden, nicht alle freuen sich, wenn ein ausgewachsener Hund urplötzlich vor ihnen steht. Der Vierbeiner hingegen muss ein Opfer auch als solches ausmachen, wenn es ziellos durch die Gegend irrt. Und das wird eben trainiert. Als Lohn gibt es dann vom "Opfer" entweder das Lieblingsspielzeug oder ein Leckerli.

Collies sind nicht unbedingt die idealen Rettungshunde, "es sind Hüttehunde. Sie wollen immer wieder wissen, was sie tun sollen". Entsprechend muss man mit dem Hund arbeiten und das auch die Woche über. So weit es die Zeit zulässt, beschäftigt sich der Perleberger mit seiner Hündin. Denn für den Fall der Fälle muss sie einsatzbereit sein. Hundeführer, Suchgruppenhelfer und Hund sind dann ein Team.

Und angefordert wurde die Wittstocker Rettungshundestaffel durch die Polizei durchaus schon. Im Juni vergangenen Jahres wurde eine 81-jährige Frau bei Neuruppin vermisst. Sie hatte Alzheimer. "Wir waren am Boden, ein Polizeihubschrauber suchte von der Luft aus und fand die Frau dann auch."

Doch auch der Aktionsradius eines Hubschraubers ist begrenzt. Gerade in dicht bewaldeten Gebieten ist es aus der Luft schwer, eine Person auszumachen. "Und dann werden wir angefordert."

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erstellt am 24.Sep.2010 | 05:03 Uhr

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