Parteiloser Unternehmer Kruse soll bei OB-Wahl für CDU antreten

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08. Mai 2008, 07:26 Uhr

Schwerin - Nur zwei Tage nach der SPD hat auch die CDU einen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 14. September in Schwerin nominiert. Ins Rennen schicken die Christdemokraten den parteilosen Unternehmer Hans-Peter Kruse. Das beschlossen der CDU- Kreisvorstand und die Vorsitzenden der Stadtbezirksverbände am Donnerstag in Schwerin einstimmig, wie ein Sprecher sagte. Der Vorschlag soll am 30. Mai von einem Kreisparteitag bestätigt werden. Die SPD hatte am Dienstag den früheren Innenminister Gottfried Timm als Kandidaten präsentiert. Für die Linke tritt die Landtagsabgeordnete und Stadträtin Angelika Gramkow an.

„Es ist uns gelungen, innerhalb von wenigen Tagen einen kompetenten Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zu nominieren“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Gerd-Ulrich Tanneberger laut Pressemitteilung. Kruse habe sich als erfolgreicher Unternehmer stets für soziale und kulturelle Zwecke engagiert und sei in Schwerin tief verwurzelt. „Außerdem kann er über die Parteigrenzen hinweg integrieren, was nach den schwierigen letzten Monaten sehr wichtig ist“, hieß es weiter.

Damit bezog sich Tanneberger auf die vorzeitige Abberufung von Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU). Dieser war nach dem Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie im vergangenen Herbst in die Kritik geraten. Das Kind hatte wochenlang kaum noch zu essen und zu trinken von seinen Eltern bekommen. Im November 2007 starb das Mädchen kurz nach seiner Einlieferung in einem Krankenhaus. Ein Untersuchungsbericht offenbarte erhebliche Defizite in Arbeit und Organisation des städtischen Jugendamtes. In einem Bürgerentscheid sprach sich Ende April eine deutliche Mehrheit gegen den Verbleib des Oberbürgermeisters im Amt aus.

Der 56-jährige Kruse ist zweifacher Familienvater und lebt den Angaben zufolge seit 1974 in Schwerin. Der gelernte Kaufmann habe von 1990 bis 2006 ein Autohaus geführt und arbeite jetzt als selbstständiger Unternehmensberater, teilte die CDU weiter mit. Gesellschaftliches Engagement habe Kruse bereits als Vorsitzender des Vereins „Aktionsbündnis gegen den IHK-Neubau e.V.“ gezeigt, als Initiator zum Erhalt der Technischen Berufsschule im Stadtteil Lankow sowie durch seine Mitarbeit in der Initiative zum Erhalt des Archäologischen Landesmuseums am Standort Schwerin. Zudem sei er Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Stiftung Horizonte, in der sich Unternehmer zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt für soziale Projekte engagieren.

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