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Parchims Courage steht wieder aufrecht

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erstellt am 03.Sep.2010 | 06:58 Uhr

Parchim | Die im März zerstörte Skulptur "Courage - Core und drei Stelen" des Landeskulturpreisträgers Wieland Schmiedel steht wieder in Parchim vor dem Stadthaus. Der Crivitzer Künstler stellte gestern das neu geschaffene Ensemble zum zweiten Mal auf. Die erste Fassung des an Gewaltlosigkeit und Zivilcourage appellierenden Werkes war vor sechs Monaten von bisher unbekannten Tätern umgestoßen und dabei zerbrochen worden.

Stelen wie sie in Parchim zu sehen sind mahnen auch an der Strecke des Todesmarsches der KZ-Häftlinge von Sachsenhausen bis kurz vor die Tore Schwerins im April 1945. Den Wiederaufbau des Courage-Ensembles machte unter anderem die Parchimer Firma Universalbau mit ihrem Geschäftsführer Roland Richert möglich. Sie spendierte ein dauerhaft festes Betonfundament und erledigte die Bauarbeiten.

Die neue Betonebene passt zudem ästhetisch eher zum Ensemble als die vorherige Stahlplatte. Künstler Wieland Schmiedel freut sich: "Parchim verdankt den Mitarbeitern von Universalbau eine sorgsame und qualitätsgerechte Ausführung der Arbeiten zur Neuaufstellung der Figurengruppe Courage. Hoffen wir, dass es nicht zu weiterem Vandalismus kommt."

Nach der Attacke auf das Werk hatte Bürgermeister Bernd Rolly (SPD) klar gemacht: "Wir wollen die Courage wiederhaben und wir werden nicht klein beigeben." Mit der Skulptur will Landeskulturpreis-Träger Wieland Schmiedel auf gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam machen: "Ich sehe in der Gegenwart gefährliche Tendenzen zu Gewalt und Extremismus, zum Wegschauen und Verdrängen unserer Vergangenheit." Das Ensemble "Courage" soll auch verdeutlichen, wie "verletzlich der Mensch ist, wie wichtig Gewaltlosigkeit und Zivilcourage, Toleranz und Freiheit, Verantwortungsbewusstsein und Wahrhaftigkeit in einer demokratischen Gesellschaft und für jeden Einzelnen sind".

Die "Courage" ist Teil des Corso der Skulpturen, einer Aktion, die während der Bundesgartenschau 2009 Parchim als Kunststadt etablieren sollte. Einige der Werke bleiben dauerhaft in der Kreisstadt. Wie es im Moment aussieht, ist Kunst ist doch stärker als rohe Gewalt.

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