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Drahtzieher sitzen offenbar in der Türkei : Parchimer Rentnerpaar um 14 000 Euro geprellt

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Seit Monaten warnt die Polizei vor falschen Gewinnversprechen, bei denen insbesondere älteren Menschen Autos oder hohe Bargeldgewinne in Aussicht gestellt werden, obwohl sie nie an einer Lotterie teilgenommen haben.

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erstellt am 04.Nov.2011 | 01:08 Uhr

Seit Monaten warnt die Polizei vor falschen Gewinnversprechen, bei denen insbesondere älteren Menschen plötzlich Autos oder hohe Bargeldgewinne in Aussicht gestellt werden, obwohl sie nie an einer Lotterie teilgenommen haben. Den skrupellosen Tätern ist es jetzt gelungen, ein Ehepaar aus Parchim mit dieser Masche zu überrumpeln.
Insgesamt 14 000 Euro haben die beiden Eheleute nun nach einem vermeintlichen Autogewinn verloren, wieder sitzen die Drahtzieher im Ausland. So hat das Ehepaar in mehreren Etappen immer wieder Geldbeträge zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro auf türkische Konten überwiesen. Immer wieder riefen die Täter unter verschiedenen Namen und Pseudonymen an und forderten für angebliche Zulassungs- und Überführungskosten immer mehr Geld. Als die Eheleute schließlich stutzig wurden, drohten die Täter am Telefon am Ende sogar mit Strafverfahren und gaben sich dreist als Staatsanwalt aus. Nun erst, nach vielen Wochen und etlichen Überweisungen, wandte sich das geprellte Ehepaar an die Polizei, die jetzt wegen Betruges ermittelt.
Die Polizei warnt erneut vor dieser dreisten Betrugsmasche. In den zurückliegenden Monaten kam es im Landkreis Ludwigslust-Parchim sporadisch immer wieder zu derartigen Betrugshandlungen, bei denen die Täter über Geldtransfers mehrere tausend Euro ergaunerten. In allen Fällen gingen die Geldforderungen telefonisch ein. Polizeisprecher Klaus Wiechmann rät deshalb: „Finger weg von dubiosen Gewinnversprechen! Meist stecken Betrüger dahinter. Seriöse Lotteriegesellschaften und Unternehmen verlangen für Gewinne kein Bargeld. Und nach wie vor gilt der althergebrachte Grundsatz: Wer nicht spielt, kann eigentlich auch nichts gewinnen.“
Während in den vergangenen Jahren Trickbetrüger häufig mit der so genannten „Enkeltrick“-Masche ahnungslose Rentner um ihr Geld brachten, versuchen es die Täter jetzt mit angeblichen Gewinnversprechen oder vermeintlichen Erbschaften, bei denen die Kriminellen nur noch telefonisch oder per E-Mail mit potenziellen Opfern in Kontakt treten. So wurde der Polizeiinspektion Ludwigslust, die auch für Parchim zuständig ist, ein weiterer Fall aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim bekannt. Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Ein Mann zahlte für einen angeblichen Millionengewinn, der ihm am Telefon von einer vermeintlichen Lottogesellschaft offeriert worden war, über 1000 Euro an die Gauner. Bei dem Geld sollte es sich um angebliche Transfer- bzw. Verwaltungsgebühren handeln, die vor der Überweisung des versprochenen Lottogewinns zu entrichten sind.“ Die Überweisung erfolgte auf ein Konto in der Türkei, wo die Polizei die Drahtzieher dieser Masche vermutet. Mit einem ähnlichen Trick hatten die Betrüger in den letzten Monaten mindestens drei weitere Opfer im Landkreis Ludwigslust-Parchim um insgesamt mehrere tausend Euro betrogen. Derzeit gilt also: Gesundes Misstrauen vor unbekannten Anrufern könnte das sauer ersparte Geld retten.

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