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Robert Skazidroga aus Zarrentin tourt mit dem Rad durch Asien : Panne bei Kilometer 4000

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Robert Skazidrogas großes Triathlonfinale von Asien liegt nun schon eine ganze Weile hinter ihm. Jetzt führt ihn seine Route weiter durch Thailand. In Bangkok startet die zweite Etappe seiner Asientour.

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erstellt am 01.Apr.2011 | 07:18 Uhr

Zarrentin | Robert Skazidrogas großes Triathlonfinale von Asien liegt nun schon eine ganze Weile hinter ihm. Jetzt führt ihn seine Tour weiter durch Thailand. Das nächste große Ziel? Robert will seine Tauchlizenz erwerben. Dazu hat er sich Koh Thao, eine Insel im Südosten Thailands ausgesucht. Die Insel liegt 300 km und eine Schifffahrt von Phuket entfernt. In Radeinheiten sind es zirka zwei Tage. "Die Umgebung ist einfach atemberaubend, wunderschön und kaum zu beschreiben. Es ist alles dabei. Von steilen Kalksteinfelsen bis zum dichten, satten Grün der Dschungelwelt", berichtet der Zarrentiner Extremsportler.

In Bangkok startet nun die zweite Etappe seiner Asientour. Der erste Abschnitt ist 500 km lang und führt von Bangkok/Thailand nach Siem Reap/Kambodscha. Diese Strecke will Robert in etwa drei Tagen zurücklegen. Auf der ersten Wegstrecke durch Thailand gab es auch keine Probleme. Auf der zweiten Etappe, die etwa 160 km bis zur thailändischen/kambodschanischen Grenze führte, hatte Robert wegen Materialermüdung eine Fahrradpanne. Das war dann nach etwa 4000 gefahrenen Kilometer wohl mehr als fällig. Der Mantel des Hinterrades löste sich praktisch in sich selber auf. Da nun an Weiterfahrt so nicht zu denken war, legt Robert erstmal eine Zwangspause ein. Hotel gesucht und schnell gefunden, Verwöhnprogramm genossen... Robert traf hier auf andere Hotelgäste, die ihm von den Machenschaften sogenannter Schlepper an der thail./kambod. Grenze berichteten. Die reinste Abzocke, wo doch jeder Tourist mit gültigem Pass und Visum legal die Grenze passieren kann. Tatsächlich traf Robert auf diese Schlepper - doch Robert konnte, sogar in thailändischer Sprache, alles abwehren, was ihn vom rechten Weg abbringen wollte. Der Grenzübertritt nach Kambodscha erfolgte dann auch problemlos. Der Fahrradpanne sei Dank. Kambodscha ist außer im Norden und ein wenig im Südosten flach wie ein Brett. Nach der Trockenzeit wirkt Kambodscha auf Robert wie eine verdörrte Savanne. Kein Baum, kein Strauch, der irgendwie Schatten spenden konnte, geschweige denn als Windschutz funktionierte. Bei dem Wind, der ihm voll ins Gesicht blies, kam er mit höchstens 20km/h voran. Nach 168 km und über neun Stunden Fahrzeit kam er endlich in Siem Reap an.

Rote Sandstraßen durchziehen Kambodscha wie Leitfäden. Esel und Pferde ziehen Anhänger, einfachste Hütten auf Pfählen, Schweine, die um diese Hütten laufen. Nackte Kinder, die im Schlamm und Dreck spielen. Wirkliche Armut, aber immer freundliche und lächelnde Gesichter. Ab und zu fahren auch mal Geländewagen oder Motorroller vorbei. Strom und warmes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit.

Robert fuhr in ein Dorf, in dem Volleyball gespielt wurde. Neugierig geworden, blieb er stehen. Die Spieler legten sich mächtig ins Zeug. Später sollte ihm auch klar werden warum. Sie luden ihn kurzerhand ein mitzuspielen. Robert war zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar, auf was er sich da eingelassen hatte. Denn es geht bei diesen Spielen nicht nur um den Spaß, sondern um Sieg und Geld. Es wird gekämpft bis die Knie bluten und noch einiges mehr. Vor jedem Match wird der Einsatz festgelegt, den dann das Sieger-Team erhält. Die beiden waren ein gutes Team und bald war das erste Geld erspielt.4000 Riel, umgerechnet 1 Dollar, was für viele dort schon zwei Tageseinkommen bedeutet. Nachdem die beiden alle im Dorf besiegt hatten und inzwischen bei 13 Dollar gewonnen hatten, zogen sie weiter um mehr Kämpfe zu bestreiten. Sie forderten die Provincechampions heraus, doch dieser Kampf ging verloren. Euphorisch verabschiedeten sich die zwei voneinander.

Eigentlich stand für den nächsten Tag die Weiterfahrt Richtung Vietnam an. Aber daran war nach dem Aufwachen gar nicht zu denken. Es gab wohl keinen Muskel in Roberts Körper, der nicht weh tat. Alles schrie förmlich nach einer Zwangspause. Auch das hatte sein Gutes. Endlich war mal wieder Zeit Karten und E-Mails zu schreiben und Fotos im Internet hoch zuladen.

Von Pnom Pehn, Kambodschas Hauptstadt fuhr Robert zur vietnamesischen Grenze. Doch die Grenzbeamten weigerten sich, ihn rüber zu lassen, weil bei der Einreise vergessen wurde, seinen Pass abzustempeln. Ob Robert doch noch nach Vietnam fuhr oder zurück ans andere Ende von Kambodschas - dazu beim nächsten Mal mehr...

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