Palmberg investiert fünf Millionen Euro

Während andere Unternehmen in die Krise geraten, zeigt die Erfolgskurve bei der Palmberg Büroeinrichtungen und Service GmbH steil nach oben. Davon sollen nun auch die Mitarbeiter profitieren.

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30. September 2008, 04:41 Uhr

Schönberg - Pleiten, Pech und Pannen, wie zum Beispiel beim DVD-Werk in Dassow, gibt es bei Palmberg Büroeinrichtungen und Service GmbH nicht. Seit Jahren wächst der Büromöbelhersteller aus Schönberg. Von ehemals 68 Mitarbeitern nach der Wende sind inzwischen 399 Angestellte „Am Palmberg“ in Lohn und Brot.

Die Branche boomt, sagt Geschäftsführer Uwe Blaumann zufrieden. Das schlägt sich auch auf den Umsatz nieder. In diesem Jahr überspringt Palmberg erstmals die 60 Millionen Grenze. „Das lässt sich wohl nicht verhindern“, sagt Blaumann mit einem Augenzwinkern. Auch für die Zukunft scheint die Firma gut gerüstet zu sein. Fünf Millionen Euro lässt sich der drittgrößte Büromöbelhersteller Deutschlands in diesem Jahr eine neue Halle samt Inhalt kosten. Herzstück ist eine vollautomatische Maschine, die mal eben mit 3,5 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Gestern wurde ein elf Tonnen schwerer, sogenannter Sortier-Igel bei Palmberg angeliefert. Damit sind nun alle Teile der neuen Maschine eingetroffen. Ein Jahr hat es gedauert, das gute Stück zu entwickeln. 96 Tonnen sogenannter „intelligenter Stahl“ wurden dafür verarbeitet. „Die Maschine merkt sich genau, wo die Platten abgelegt sind“, erklärt Blaumann.

Mit der vollautomatischen Maschine können Büromöbel künftig noch schneller, flexibler und wirtschaftlicher hergestellt werden. In 30 Sekunden ist ein Unterboden für einen Schrank fertig. Ein ganzer Palmberg-Schrank ist nun in drei statt der bisherigen sechs Minuten fix und fertig zugesägt und mit Schonkanten beleimt. Um das zu schaffen, holt sich die intelligente Maschine die Platten selbst. Dafür wird nur ein Barcode eingegeben. Das geschieht noch von Hand. Und auch die fertigen Platten muss ein Mitarbeiter aus dem Igel, der Platz für 124 Bauteile bietet, selbst rausnehmen. Und dann gibt es noch jemanden, der auf die Maschine aufpasst – ansonsten werden keine Menschen mehr benötigt.
Angst um seinen Arbeitsplatz braucht deshalb bei Palmberg aber niemand zu haben, versichert Blaumann. Im Gegenteil. Die Angestellten im Maschinenpark haben sogar etwas davon. Sie müssen künftig nur noch in zwei Schichten arbeiten – eine Schicht fällt also weg. Es gebe aber noch mehr Vorteile. So könne die Kapazität deutlich gesteigert werden. Größter Pluspunkt sei jedoch die Flexibilität. „Dadurch können wir künftig noch besser auf Kundenwünsche reagieren.“ Innerhalb von 48 Stunden sei dies nun möglich. „Das ist ganz eindeutig ein Wettbewerbsvorteil.“

Vier Wochen dauern die Montagearbeiten aber noch, damit die Maschine Anfang November in Betrieb gehen kann. Mit der neuen Halle habe Palmberg dann aber keine Möglichkeit mehr, sich zu erweitern. Nur durch Rationalisierung lasse sich dann noch die eine oder andere Millionen Euro mehr machen. Bei 64 Millionen sei dann allerdings Schluss, schätzt Blaumann. „Mehr gibt die Fläche nicht her.“ Dann wolle Palmberg fleißig weiter arbeiten, wie bisher auch. „Mit dem Umsatz müssen wir dann aber zufrieden sein und ihn so kostengünstig wie möglich erwirtschaften. Denn es soll ja zum Jahresende immer ein bisschen überbleiben“, sagt Blaumann.

Das die Branche boomt, bekommen die Mitarbeiter schon in diesem Jahr zu spüren. Sie haben bereits nach dem ersten Halbjahr eine Prämie erhalten. Und da auch die zweite Jahreshälfte sehr gut läuft, gibt es erneut einen Bonus für die inzwischen 399 Angestellten.

Mit der neuen Halle hat Palmberg inzwischen 45 Millionen Euro in den Standort Schönberg investiert. Nächstes Highlight ist die Orgatec. Vom 21. bis 25. Oktober findet die weltweit größte Büromöbelmesse in Köln statt. Auf 1000 Quadratmetern präsentiert die Schönberger Firma ihr neues Schreibtisch- und Tresenprogramm und Innovationen bei Stehsitzen.

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