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Kamerateam drehte für „Kunst und Kultur“ in Ludwigslust : Oudrys Clara kommt ins Schloss

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Die Sammlung mit Werken von Jean-Baptiste Oudry aus dem Staatlichen Museum Schwerin soll nach der Sanierung des Ostflügels im Ludwigsluster Schloss gezeigt werden.

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erstellt am 19.Jul.2011 | 11:53 Uhr

Die Sammlung mit Werken von Jean-Baptiste Oudry aus dem Staatlichen Museum Schwerin soll nach der Sanierung des Ostflügels im Ludwigsluster Schloss gezeigt werden. Damit wird 2015, spätestens 2016 auch Nashorndame Clara ins ehemalige Residenzschloss der Schweriner Herzöge einziehen.

Unlängst filmte ein Kamerateam für die Sendung "Kunst und Kultur" des Senders Arte im Inneren des Ludwigsluster Schlosses und fragte bei Schlossleiter Peter Krohn nach, wo die Bilder der Oudry-Ausstellung künftig hängen werden. "Wir beleuchten etwas die künftigen Ausstellungsräume, nachdem wir die Bilder schon in Schwerin gefilmt haben", sagt Autorin Mirja Kaiser. "Dabei erklären wir ein wenig die Geschichte des Ludwigsluster Schlosses und dokumentieren auch die begonnenen Bauarbeiten." Für den Arte-Beitrag wurde jetzt unter anderem im Goldenen Saal des Schlosses gedreht. Dazu bauten Kameramann Micha Bojanowski und Tontechniker René Zander extra einen Kran auf, mit dem die Kamera durch den Saal geschwenkt wird. "Das ist sehr imposant. Wir möchten diesen prunkvollen Raum einmal in seiner Gesamtheit zeigen", sagt Mirja Kaiser und blickt zu den funkelnden Kronleuchtern hinauf. "Aber im Film wird diese Szene höchstens 25 Sekunden lang sein", fügt sie lächelnd hinzu. Auch die Baustelle der Sanierungsarbeiten findet die Autorin vom Fernsehen. "Man kann sich grob vorstellen, wie es einmal aussehen wird und wie die Bilder dann in den Räumen hängen", sagt sie mit dem frischen Eindruck der Gemälde in Schwerin in der Erinnerung.

Dass Filmszenen sehr kurz sein können, kennt Schlossleiter Peter Krohn schon. Öfter drehen Kamerateams im Schloss oder dem angrenzenden Park und was zeitlich am Ende im TV zu sehen ist, hat mit dem vorher betriebenen Aufwand nur selten etwas gemeinsam. Interviews gibt er den Fernsehleuten dennoch gerne. Mirja Kaiser fragte ihn, wo zum Beispiel das Bild des Nashorns Clara hängen wird, wenn die Sanierung des Schlosses abgeschlossen ist. Es soll anstelle eines großformatigen Familienbildnisses im Nachbarraum des Goldenen Saales hängen und die Besucher ebenso begeistern wie bisher in Schwerin. Doch schon vorher hofft Peter Krohn auf gesteigertes Interesse beim Publikum. Ausstrahlungen über das Schloss Ludwigslust im Fernsehen machen sich regelmäßig bemerkbar. "Heute morgen wurde ein Beitrag über eine Gruppe gezeigt, die während einer Paddeltour vor ein paar Wochen hier war", berichtet Krohn. So etwas oder auch Berichte über Feste oder Konzerte im Park heben die Besucherzahlen merklich. "Wir sind dadurch allgemein präsenter und es wird einmal mehr ein Auge auf die so genannte mecklenburgische Provinz geworfen. Schließlich besteht das Land nicht nur aus schönen Wäldern, Feldern und Seen, sondern auch aus einer hochwertigen Kulturlandschaft", sagt Peter Krohn.

Dazu wird ab 2015 auch die Sammlung der Bilder von Jean-Baptiste Oudry gehören. Herzog Christian Ludwig II. von Mecklenburg-Schwerin war einer der größten Liebhaber und Sammler der Werke Oudrys. Ab 1732 bekam er auch Aufträge von Christian Ludwig II. Das Staatliche Museum Schwerin verfügt heute über die größte deutsche, wenn nicht weltweit größte Sammlung seiner Bilder. Diese besteht aus 34 Gemälden und 43 Zeichnungen, darunter die Befreiung des Petrus, Stillleben, Blumen, Küchen- und Fruchtstücke, Tierkämpfe, zahme und wilde Tiere - wie das zu Oudrys Zeit in Europa ausgestellte Rhinozeros Clara und ein Atlaslöwe, Vertreter einer heute ausgestorbenen Unterart des Löwen.

Seit 1992 wird das Schloss schrittweise instand gesetzt. Bis 1999 erfolgten dringende Maßnahmen zur Sicherung der Gebäudesubstanz einschließlich der Erneuerung technischer Anlagen. Seitdem folgten Arbeiten an den Innenräumen und dem Park.

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