Orangerie soll saniert werden

Fast vergessen ist die alte Ludwigsluster Orangerie. Jetzt steigen die Chancen für eine Sanierung des alten Gebäudes nahe dem Schlosspark. Schon in diesem Jahr könnten die fast eine Million teuren Sanierungsarbeiten beginnen. Voraussetzung ist die Bewilligung von rund 600 000 Euro Fördergeldern.

svz.de von
14. März 2008, 04:54 Uhr

Ludwigslust - Silvia Hinrichs strahlt, wenn sie über die Orangerie spricht. Sie liebt Pflanzen, leitet den Storchennest-Gartenmarkt und hat ambinionierte Pläne. „Wir hoffen, dass die Sanierung noch in diesem Jahr beginnen kann“, sagt sie. In den letzten Jahren hatte man sich gar nicht erst um Fördergelder beworben. Andere Projekte im Altstadtbereich hatten Vorrang.

Doch im September letzten Jahres gab die Stadtvertretung grünes Licht für den Antrag. Grünes Licht für grüne Gartenträume. Die alte Orangerie wurde 1773 sogar noch vor Fertigstellung des heutigen Barockschlosses zur Überwinterung exotischer Kübelpflanzen gebaut. Der Fachwerkbau steht auf dem Gelände der Produktionsgenossenschaft Storchennest. „Früher waren hier die herzoglichen Gemüse- und Obstgärten“, weiß Silvia Hinrichs.

Im Sommer entsteht in der Orangerie ein Sandorncafé. Als Genossenschaft sehe man sich in der Tradition der früheren Schlossgärtnerei. Eine kleine Gärtnerwohnung in der Orangerie ist heute noch bewohnt, soll aber nach der Sanierung wegfallen. Ziel sei es, die Verwaltung der beiden Unternehmen Sandorn Gbr und PG Storchennest in dem dann restaurierten Gebäude zu bündeln. Der Orangerieraum selbst soll im Winter wie früher wieder Kübelpflanzen des Schlossparkes beherbergen. Die Verwaltung Schlösser und Gärten lässt 2009 etwa 30 Kübelpflanzen um das Rasenparterre aufstellen, welche dann in der Orangerie überwintert werden sollen.

Noch allerdings sind die Räume kühl, kahl und verlassen. Lediglich die Blumentapete an den Wänden lässt den Ursprung des Gebäude erahnen. Silvia Hinrichs zeigt auf das freigelegte Gebälk. „Das haben Fachleute freigelegt. Die Balken sind in einem guten Zustand“. Die Fenster seien natürlich viel zu klein. Sie würden im Rahmen der Sanierung gegen deutlich größere ausgetauscht.

Ein lichtdurchfluteter Raum entstehe dann, der im Sommer als Sandorncafé und Veranstaltungsort genutzt würde. Auch der Vorplatz der Orangerie werde umgestaltet , eine Terrasse gebaut und ein Durchgang vom Schlosspark zur Orangerie und weiter zum angrenzenden Parkplatz am Fachgymnasium geschaffen. „Wir wollen mit diesem Projekt das Gelände um die alte Schlossgärtnerei beleben“, sagte Bauamtsleiter Paul-Friedrich Leopold. Auch er ist hinsichtlich der Förderung zuversichtlich. „Ein weiteres Stück Ludwigsluster Geschichte wird wiederentstehen“, freut sich Silvia Hinrichs.

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