Oma mit Enkel untergetaucht - Suche nach Sechsjährigem in Schwerin

Der gesuchte Junge, Gerard-Fabien, ist sechs Jahre alt, 120 Zentimeter groß und schlank. Foto: Polizeidirektion Schwerin
Der gesuchte Junge, Gerard-Fabien, ist sechs Jahre alt, 120 Zentimeter groß und schlank. Foto: Polizeidirektion Schwerin

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03. Dezember 2008, 08:40 Uhr

Schwerin - Nach dem Entzug des Sorgerechts für ihren Enkel ist eine 42-Jährige aus Schwerin mit dem sechsjährigen Jungen untergetaucht. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatte das Amtsgericht am Tag zuvor wegen Gefährdung des Kindeswohls per einstweiliger Anordnung die Vormundschaft auf das Jugendamt übertragen.

Die Großmutter habe diese Entscheidung offenbar erwartet und halte sich nun vor den Behörden versteckt, vermutet die Polizei. In ihrer Wohnung im Viertel Großer Dreesch sei die Frau schon seit Tagen nicht mehr aufgetaucht. Zum Aufenthaltsort der beiden gebe es derzeit keine Erkenntnisse, hieß es.

Nach Angaben von Jugenddezernent Dieter Niesen (SPD) hatte es den begründeten Verdacht gegeben, dass das Wohl des Kindes nicht mehr gewährleistet gewesen ist. Deshalb habe die Stadt aus ihrer „Wächterfunktion heraus unmittelbar gehandelt“.

Nähere Angaben zu den Beweggründen machte er nicht. Unklar blieb auch, weshalb das Kind nicht bei den Eltern aufwuchs. Er hoffe nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zum Aufenthalt des Kindes führen. „Das Jugendamt bleibt aktiv. Das Wohl des Kindes hat höchste Priorität“, sagte Niesen.

Hinweise zum Aufenthalt des Kindes nehmen das Kriminalkommissariat in Schwerin (Telefon: 0385/ 20702222) und jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Vor fast genau einem Jahr war Schwerin wegen des Hungertods der fünfjährigen Lea-Sophie in die Schlagzeilen geraten. Die Eltern, inzwischen wegen Mordes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, hatten ihre Tochter nach der Geburt des Bruders vernachlässigt und auch keine Hilfe geholt, als das Mädchen immer schwächer wurde. Am 20. November 2007 war Lea-Sophie gestorben. Als Konsequenz wurde das Personal im Schweriner Jugendamt aufgestockt und eine Kinderschutz- Hotline im Land eingerichtet.

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