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Amt Sternberger Seenlandschaftin : Oldtimer rettet Leben

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Ein Oldtimer hilft beim Retten von Leben in Mustin: Wenn die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zu Einsätzen ausrücken, fahren sie mit dem Mercedes vor - das älteste Fahrzeug für den aktiven Dienst.

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2011 | 10:14 Uhr

Den Oldie kaufte die Gemeinde im Jahre 2000 aus Alten Buseck bei Frankfurt/Main. Er läuft noch bestens - dennoch wünschen sich die Mustiner ein neues Einsatzfahrzeug.

Volker Prestin poliert die Motorhaube des LF 8. Die Daten des Fahrzeuges kennt der Gerätewart der Mustiner Wehr bestens: 100 PS, sechs Zylinder, gebaut im Juli 1967. "Er ist einen Monat jünger als ich", sagt Prestin und schmunzelt. Klar, dass der Oldtimer ordentlich gepflegt werde. Auf dem Tacho stehen erst 21 000 Kilometer. Mit 14 000 sei der Benz vor gut zehn Jahren nach Mustin gekommen.

Große Sorgen gebe es mit dem Einsatz-Fahrzeug aber nicht. "Der läuft immer noch besser als andere Modelle", erklärt Wehrführer Mirko Koynowski (38). Großer Vorteil: Das Auto habe einen Allrad-Antrieb, komme z.B. auf Acker meist weiter als andere. Daher müssten die Mustiner auch öfter woanders helfen. Erst vor kurzem schleppten sie bei Zülow ein Auto aus einer Schneewehe.

Der Mercedes sei das älteste Fahrzeug, mit dem Kameraden amtsweit noch ausrücken, bestätigt Amtswehrführer Olaf Schröder. In Gustävel gebe es auch noch ein recht betagtes Auto. "Wichtig ist, dass es läuft", erklärt Schröder. Er könne aber verstehen, dass die Mustiner gern ein neues Fahrzeug hätten - eines, das auch über einen großen Wassertank verfügt.

Der Wassertank von 2500 bis 3000 Litern sei wichtig, erklärt Koynowski - vor allem für den Ersteinsatz. Im Falle eines Brandes müssten die Kameraden sonst erst lange Strecken mit Schläuchen legen, um löschen zu können. "Wir haben einen großen Wirkungsbereich", so Koynowski. In manchen Ortsteilen sei es an vielen Stellen schwer, Wasser zu ziehen.

Mustins Bürgermeister Berthold Löbel denkt über Ersatz nach. Der Haken: das Geld. Es gebe aber Überlegungen zur Anschaffung eines neuen (gebrauchten) Fahrzeugs, möglichst auch mit Fördermitteln. Was Löbel dabei wichtig ist: Im Falle einer anstehenden Fusions Mustin mit einer Nachbargemeinde sollte das Auto auf jeden Fall im Ort bleiben. Daher wolle er für die Finanzierung Sponsoren mit ins Boot holen. "Die Feuerwehr ist der einzige funktionierende Verein, den wir haben", sagt der Bürgermeister.

Das hören die Kameraden gern. 17 sind derzeit im aktiven Dienst, sechs in der Ehrenabteilung. Wehrführer Mirko Koynowski ist fünf Jahre jünger als das Auto der Feuerwehr. Missen möchten die Mustiner den Benz allerdings nicht. Wenn ein neues Auto komme, dann nur zusätzlich. Denn der LF 8 sei etwas Besonderes. "Wenn wir zu Ausscheiden fahren, ist er ein Hingucker", sagt Maschinist Volker Prestin. Ein Blickfang für Fotografen.

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