Ohhhhhhhhh wie süß

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Wer war eigentlich nochmal Knut? Der Frühling kommt in großen Schritten und die heimischen Zoos bieten schon jetzt einige tierische Kandidaten auf, die das Potenzial haben, würdige Nachfolger des kleinen Eisbären zu werden. Aber wer wird die Besucher in Scharen anlocken, von wem kann man gar nicht genug wissen, wen möchten wir zum Knuddeln am liebsten mit nach Hause nehmen und sei es nur auch aus Plüsch? Wer also hat den größten Knutfaktor? Wir haben ihn bestimmt.

svz.de von
14. März 2008, 09:24 Uhr

Schwerin/Rostock/Wismar - Gelbe Forsythienblätter sind aus ihren Knospen geplatzt, Sonnenstrahlen zeigen dieser Tage endlich wieder, dass sie auch wärmen können. Die Tiere in den mecklenburgischen Zoos sind längst auf Frühling eingestimmt und haben für reichlich Nachkommen gesorgt.Besonders aktiv sind die Tiere im Schweriner Zoo.

Mit einer Körpergröße von sage und schreibe 1,80 Meter schnupperte Nioro-Jengo am 25. Januar zum ersten Mal Schweriner Luft. Mittlerweile springt das Baby von Giraffen-Mutter Maradi und ihrem Partner Komo wild auf dem Sand der Anlage umher. Rund herum, um die Beine seiner Eltern wirbelt er die Familie mächtig auf. „Der Junge ist ein ganz schön frecher“, sagt der Tierinspektor des Zoos Mirko Daus.

Kleiner als das FutterIn der kuschligen Tigerstube liegt seit Anfang Februar ein kleiner sibirischer Tigerjunge. Zwischen den Pranken seiner Mutter Dschuna fühlt sich das Fellbüschel sicher. Der Rinderknochen, an dem der Kleine nagt, ist größer als er selbst. Dass sich bei den Tigern nochmals Nachwuchs einstellte gleicht einem Wunder: „Wir dachten, Dschuna bekommt keine Jungen mehr, nach der letzten Schwangerschaft war sie schwer krank“, erklärt Mirko Daus.

Auch die Humboldt-Pinguine müssen sich um ihr Aussterben in Schwerin nicht sorgen. Ein gutes halbes Dutzend der Vögel hat schon die Eierschale abgestreift und wird noch von Mutti gewärmt. Erfreulich, weil die Tierart als bedroht gilt und sich der Zoo als führend in der Zucht der Frackträger sieht. Auch bei den Mähnenspringern und den Bennett-Känguru hat es mit der Reproduktion geklappt.

Festhalten, das ist das einzige, was dieser junge Rothandtamarin aus dem Rostocker Zoo den Tag über machen muss. Er krallt sich fest im Fell von Mutter Asma oder Vater Yaku und lässt sich herumtragen wie ein Rucksack. Einen guten Monat ist er alt. Noch kann Tierpflegerin Katrin Reimer nicht sagen, ob er wirklich ein er oder doch eine sie ist. „Um das zu sehen, müssten wir das Tier auf dem Rücken in der Hand halten.“ Das aber sollte sie derzeit tunlichst vermeiden, „denn die Tamarine würden angreifen, schützen sehr stark ihre Familie“. Das Rucksackleben des Jungen werde ohnehin bald der Vergangenheit angehören. „Ein paar zaghafte Gehversuche gab es auch schon.“Nur noch kurze Zeit könnten die Besucher des Südamerika-Hauses das umherspringende Doppelpack bewundern.

Im Tierpark Wismar ist man derzeit besonders stolz auf die vor wenigen Wochen geborenen afrikanischen Zwergziegen. Auf kleine Lämmer pünktlich zum Osterfest darf man im Tierpark in der Hansestadt hoffen.


Kleine Giraffe darf nicht bleiben


Schwerin - Gerade geboren und schon 1,80 Meter groß – im Schweriner Zoo
gibt  es   neben einem Tiger- auch  ein  Giraffen-Baby. Die Geburt verlief problemlos. „Mutter und Kind sind wohlauf“, sagte Revierleiter Thomas Engelhardt, der bei der Geburt dabei war, kurz nach der Entbindung. „Das ist immer eine spannende Sache.“ Pünktlich und ohne größere Komplikationen sei Nioro-Jengo, wie er später getauft wurde, auf die Welt gekommen. „Das Baby ist putzmunter, und Maradi eine erfahrene Mutter“, so Engelhardt kurz nach der Geburt.
Drei Kindern hat die Giraffen-Dame schon das Leben geschenkt. „Toto“, vor eineinhalb Jahren geboren, lebt noch bei seinen Eltern in Schwerin. Bald soll „Toto“ aber nach Danzig umziehen. Ein Glücksfall: Gesucht werden meist nur Weibchen, weil auf einer Anlage in der Größe wie in Schwerin nur ein geschlechtsreifer Bulle leben könne, so Tierinspektor Mirko Daus. Deshalb wird auch Nioro-Jengo in gut zwei Jahren Schwerin verlassen müssen.


Afrikanische Zwergziegen in Wismar geboren


Wismar - Man möchte sie am liebsten alle als Kuscheltier mit ins Bett nehmen: Alle Drei. Der Tierpark Wismar ist stolz auf seine drei afrikanischen Zwergziegen aus Wismar, erst wenige Wochen alt.


Hintergrund



Lieblinge der Öffentlichkeit Hamburg (dpa) Herzerweichend niedlich oder beeindruckend freiheitsliebend - Tiere wurden schon oft zu Lieblingen der Öffentlichkeit. Drei Beispiele:
Knut: Kein anderes Zoo-Tier in Deutschland ist so berühmt wie der Eisbär Knut in Berlin. Die Bilder des tapsigen Tierbabys, das mit der Flasche aufgezogen wurde, entzückten Millionen Menschen. Geschickte Vermarktung machte ihn zum Medien- Star. Auch wenn aus dem verschmusten, kleinen Bären längst ein gefährliches Raubtier geworden ist, sind Kinder wie Erwachsene von Knut begeistert.
Bruno: Braunbär Bruno tappte 2006 wochenlang durch Bayern. Die Nachricht vom Tod des Jungtiers, das aus Italien eingewandert war, ging um die Welt. Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU)erklärte Bruno zum „Problembären“ und bekam Morddrohungen.
Sammy: Das Mini-Krokodil Sammy entwischte im Sommer 1994 bei einem Badeausflug mit seinem Besitzer. Es entkam bei einer tagelangen Jagd im Rheinland Schleppnetzen und selbst Schüssen aus einer großkalibrigen Büchse. Auch imitierte Brunftrufe und Rinderfilet brachten keinen Erfolg. Schließlich fing ihn ein Taucher mit der Hand. Sammy kam in den Zoo.
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