Öl-Sucher in Brandenburg

Die Erdölvorkommen in Brandenburg werden schon länger erkundet. dpa; ddp
Die Erdölvorkommen in Brandenburg werden schon länger erkundet. dpa; ddp

Angesichts steigender Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt erkunden Firmen verstärkt Ressourcen auch im Brandenburger Boden.

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11. August 2008, 07:35 Uhr

Cottbus - Manchem mag es unglaublich vorkommen, andere kennen die Nachricht schon längst: In Brandenburg wird nach Erdöl gesucht. Aktuell erkundet die britische Öl- und Gasfirma Celtique Energie mit Sitz in London Fördermöglichkeiten im Osten des Landes. Das Unternehmen erhielt im vergangenen Jahr die Konzession für Erkundungsarbeiten bei Pillgram westlich von Frankfurt (Oder), sagte Hans-Georg Thiem, Abteilungsleiter Rohstoffe und Energie des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus gestern dem „Prignitzer“. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um ein 938 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Frankfurt (Oder) und Pillgram, einem Ortsteil von Jacobsdorf.
Auch Vorkommen von
Gold und SilberDer Firma Minera aus Panama wurde ebenfalls 2007 eine bergbaurechtliche Erlaubnis zur Erkundung von Kupfer sowie weiterer Rohstoffe wie Silber, Gold, Blei und Zink in Südbrandenburg erteilt.
Die an Celtique Energie erteilte Konzession umfasst nach Unternehmensangaben ein 938 Quadratkilometer großes Gebiet, dass sich bis zur polnischen Grenze erstreckt. Es ist derzeit das einzige Feld in Deutschland, das das Londoner Unternehmen erkundet. Die Firma ist unter anderem auch in Polen, Frankreich und der Schweiz aktiv.
Bisher fördert in Brandenburg die Gaz de France Produktion Exploration Deutschland GmbH aus Lingen nahe dem ebenfalls an der polnischen Grenze gelegenen Ort Küstrin-Kietz Erdöl. Die Jahresfördermenge liegt nach Angaben von Firmensprecher Jan Weinreich bei rund 18 000 Tonnen. Das ist lediglich ein rundes halbes Prozent der gesamten deutschen Fördermenge, die im vergangenen Jahr nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung bei 3,4 Millionen Tonnen lag.
Die Konzession als erste Stufe einer Lizenz erlaube der Firma Celtique Energie, das Areal bei Pillgram zu erkunden, erläuterte Thiem. Dazu würden vorhandene geologische Unterlagen gesichtet und neu ausgewertet. Dem könnten seismische Untersuchungen folgen. Das alles sei Grundlage für die Entscheidung, ob später möglicherweise kostenintensive Schritte folgen. Probebohrungen seien aber noch nicht genehmigt. Die Konzession beinhalte auch, dass nur dieses Unternehmen auf dem Feld nach dem Rohstoff suchen darf.
Erkundungen bereits
zu DDR-ZeitenThiem sieht das Vorhaben allerdings eher gelassen. Zum einen habe es bereits zu DDR-Zeiten tiefgreifende Untersuchungen und auch Probebohrungen nach Erdöl auf heutigem brandenburgischen Gebiet gegeben. Zum anderen sei das jetzige Interesse von Celtique Energie kein Einzelfall. Immer gebe es wieder Anfragen nach Konzessionen in Brandenburg, trotz des Ölpreisrekords aber nicht in den vergangenen Wochen, hieß es weiter. Wenn die laut Bundesberggesetz notwendigen Voraussetzungen wie Sach- und Fachkunde sowie ein Finanzkonzept vorliegen, werde die Erlaubnis in der Regel erteilt.
Die Minera S.A. indes erkundet eine ebenfalls schon zu DDR-Zeiten entdeckte Kupfer-Schiefer-Lagerstätte bei Spremberg. Dort sollen voraussichtlich 1,5 Millionen Tonnen Kupfer liegen. Das Erkundungsfeld ist 387 Quadratkilometer groß, davon liegen 337 Quadratkilometer in Brandenburg, der Rest in Sachsen. Um die Erlaubnis zur Erkundung der Vorkommen hatten sich drei international tätige Bergbaufirmen beworben.

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