Mit den Leipzig Leopards erstmals auch ein deutscher Starter dabei : Oben ohne in eine neue Boxer-Ära

Schnappschuss aus dem Vorjahr vom Kampf Milano Thunder vs. Paris United.imago
Schnappschuss aus dem Vorjahr vom Kampf Milano Thunder vs. Paris United.imago

In der im November beginnenden zweiten Saison der World Series of Boxing, steigt mit Leipzig Leopards erstmals auch ein deutsches Team in den Ring.

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28. Oktober 2011, 11:15 Uhr

Das olympische Boxen sucht noch seinen Weg ins 21. Jahrhundert, und Deutschland ist dabei. In der im November beginnenden zweiten Saison der World Series of Boxing, der vom Weltverband AIBA vor einem Jahr ins Leben gerufenen Weltliga für Auswahl-Staffeln, steigt unter den zwölf startenden Teams (nur eines pro Land ist zugelassen) mit den Leipzig Leopards erstmals auch ein deutsches in den Ring.

In der Gruppe B beginnen die Leopards am 12. November in Halle/Saale gegen die Mexico City Guerreros. Danach warten noch die Beijing Dragons (China), die Istanbulls sowie die Baku Fires (Aserbaidschan) und Paris United. In der Gruppe A boxen die Pohang Poseidons (Südkorea), Dynamo Moskau, Mumbai (Indien - neben den Leopards der zweite Neuling in der Serie), Milano Thunder, die Astana Arlans (Kasachstan) und die Los Angeles Matadors.

In fünf Gewichtsklassen über jeweils 5 x 3 Minuten

Bezüglich der Weltliga kann der geneigte Box-Fan getrost vieles von dem vergessen, was er je über das olympische Boxen - früher Amateurboxen genannt - gelernt hat. So boxen die Athleten wie die Profis oben ohne - und zwar sowohl ohne Trikot als auch ohne Kopfschutz. Auch dauert ein Kampf 5 x 3 statt der gewohnten 3 x 3 Minuten. Last but not least wird nur in fünf und dazu noch abgeänderten Gewichtsklassen geboxt, im Bantam- (54 statt 56 kg), Leicht- (61 statt 60), Mittel- (73 statt 75), Halbschwer- (85 statt 81) sowie im Schwergewicht (+91 wie sonst Superschwer).

Bei den anderen Teams mag es anders aussehen, aber der Name der deutschen Staffel ist irreführend. Weil Leipzig für die Austragung der Kämpfe offenbar zuviel Geld verlangte, werden neben dem Auftakt auch alle anderen Heimkämpfe in Halles Messe-Arena ausgetragen. Und dass für die Leopards ein einziger Leipziger durch die Ringseile klettern wird, ist auch eher unwahrscheinlich. Viel mehr wird sich das Team aus rund 20 deutschen Auswahlboxern rekrutieren, die von Valentin Silaghi, Bundestrainer und Leopards-Chefcoach in Personalunion, ausgewählt wurden. Darüber hinaus müssen laut AIBA-Vorgaben mindestens vier Ausländer im Team sein, von denen einer pro Abend boxen muss. Auf diese Weise will der Weltverband weit mehr als nur die beteiligten zwölf Länder ins Boot holen. Immerhin 49 Nationen sollen so nach jetzigem Stand mit von der Partie sein.

Aufgestellt wurden die Leopards in enger Kooperation vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV) und dessen Vermarktungspartner, der Leipziger PR-Agentur 4heads-media, die überdies den siebenstelligen Etat verantwortet.

Im Team der Leopards offenbar auch zwei Schweriner dabei

In der kommenden Woche trifft sich die Staffel zu ihrem Einführungslehrgang in Halle und wird dann auch öffentlich vorgestellt. Bisherigen Gerüchten zufolge sollen auch zwei Schweriner Kaderboxer dazugehören. Der deutsche Weltergewichtsmeister Arayk Marutjan, der das Boxen von der Pike auf beim BC Traktor erlernte, sowie Robert Harutyunyan (Leicht), der gemeinsam mit Bruder Artem (Halbwelter) Anfang 2011 von Hamburg ins Schweriner Leistungszentrum gewechselt war. Als internationaler Star soll der irische Olympiazweite im Halbschwergewicht Kenny Egan verpflichtet worden sein.

Die stattliche Anzahl an Boxern ist übrigens kein Spleen der Leopards, sondern notwendig. Jedem wird nach einem WSB-Kampf eine 13-tägige Sperre auferlegt, die Kampfabende aber finden beinahe ausnahmslos im Wochenrhythmus statt. Der bis Mitte Februar laufenden normalen Punkterunde mit Hin- und Rückkämpfen folgen im März Play-offs. Das Team-Finale ist für den 27./28. April 2012 vorgesehen. Den Abschluss bildet am 25./26. Mai die Einzel-WM der WSB, bei der sich die besten Kämpfer der Serie im Finale gegenüberstehen. Deren jeweiliger Sieger qualifiziert sich quasi nebenbei direkt für Olympia 2012 in London.

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