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Schwerin: Standort bisheriges Kita-Gebäude am Mittelweg : Obdachlosenheim: Streit beendet?

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Das Schweriner Obdachlosenheim soll vom Großen Dreesch in die Weststadt verlegt werden. Darauf hat sich die Verwaltungsspitze verständigt. Sie schlägt vor, das bisher von der Kita Kirschblüte genutzte Gebäude umzubauen.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2011 | 04:05 Uhr

Anfang kommenden Monats nimmt die Kita Kirschblüte ihr neues Domizil in der Wossidlostraße in Betrieb. Nach mehr als 50 Jahren wird es am bisherigen Standort im Mittelweg keine Kinderbetreuung mehr geben.
In das Gebäude ziehen aber möglicher weise schon bald neue Bewohner ein: Die Stadtspitze hat sich darauf ver ständigt, die Schweriner Wohnungslosenunterkunft vom Großen Dreesch in die Weststadt zu verlegen. Konkret schlägt sie der Stadtvertretung vor, den jetzigen Kita-Komplex im Mittelweg 9 für rund 115 000 Euro zum Obdachlosenheim umzubauen.

Mit ihrem Vorschlag möchte die Stadtverwal tung einen Schlussstrich unter eine Debatte ziehen, die auch in der jüngsten Stadtvertreter-Sitzung am Montag dieser Woche noch einmal aufkochte. "Die Verwaltung hat ein Jahr Zeit gehabt, um eine Lösung für das Obdac hlosenheim zu finden", sagte der fraktionslose Stadtvertreter Manfred Strauß. "Es ist an der Zeit, dass sie endlich ihre Arbeit macht."

Weil die Wohnungslosenunterkunft in der Anne-Frank-Straße 51/52 einem Neubaugebiet weichen soll, hatte die Stadtvertretung die Verwaltung im Mai vergangenen Jahres aufgefordert, bis zum Herbst einen neuen Standort für das Obdachlosenheim vorzuschlagen. Für massive Proteste hatte zuvor bereits im Frühjahr 2010 der Vorschla g der Verwal tung gesorgt, die Wohnungs losenunterkunft in einem Ge bäude in der Anne -Frank-Straße 31 anzusiedeln. Anwohner und Elternrat beschwerten sich da rüber, dass das Obdachlosenheim direkt neben eine Kinder tages stätte gelegt werden sollte (wir berich teten).

Insgesamt mehr als 20 Standorte in der Landeshauptstadt hat die Verwaltung nach SVZ-Informationen auf ihre Eignung für die Wohnungslosenunterkunft geprüft. Ausschlaggebend waren letztlich fachliche und infrastruk turelle Rahmenbedingungen, die ört liche Lage sowie bau- und planungsrechtliche Bestimmungen. "Mit dem Gebäude am Mittelweg haben wir eine wirt schaft liche und zweckmäßige Variante ge funden", erklärt Sozialdezernent Dieter Niesen (SPD). 40 Plätze soll es nach seinen Angaben im neuen Obdachlosenheim geben. Etwa 40 Personen leben aktuell auch in der Wohnungslosen unterkunft in der Anne-Frank-Straße, die von der Comtact GmbH betrieben wird.

Niesen geht davon aus, dass sich die Stadtvertretung im März oder möglicherweise auch schon im Februar mit dem neuen Vorschlag der Verwaltung befassen wird. "Sollte es eine grund sätzliche Entscheidung für den Stand or t Mittelweg geben , können wir auch bald mit den Um bauarbeiten be gin nen", so der Dezernent. Parallel zu den Arbeiten werde der Betrie b des Ob dachlosenheimes dann neu ausgeschrieben.

Er sei über die Pläne der Verwaltung, die Wohnungslosenunterkunft in den Stadtteil zu verlegen, informiert worden, sagte gestern der Vorsitzende des Ortsbei rates Weststadt, Peter Schult, der sich mit einer Reaktion aber noch zurückhielt. "Ich möchte zunächst mit den ande ren Ortsbeirats-Mitgliedern sprechen."

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