Obama erster schwarzer US-Präsident - McCain gesteht Niederlage ein

Ein Teilnehmer der US-Wahlparty in der Bucerius Law School in Hamburg hat einen Button des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten McCain am Jackett.  Foto: dpa
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Ein Teilnehmer der US-Wahlparty in der Bucerius Law School in Hamburg hat einen Button des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten McCain am Jackett. Foto: dpa

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05. November 2008, 09:22 Uhr

Washington - Der Demokrat Barack Obama wird als erster schwarzer US-Präsident in das Weiße Haus einziehen. Sein republikanischer Gegner John McCain gestand seine Niederlage am Dienstagabend (Ortszeit) in Phoenix im Bundesstaat Arizona ein. Auch der scheidende US-Präsident George W. Bush gratulierte Obama zu dessen historischem Erfolg.

„Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen“, sagte McCain und sprach von einer historischen Wahl und einer besonderen Stunde für die Schwarzen in Amerika.

Die Entscheidung für Obama als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten fiel gegen fünf Uhr am Mittwochmorgen (MEZ), nachdem sein Sieg in den drei Westküstenstaaten Kalifornien, Washington und Oregon nach Hochrechnungen und ersten Auszählungsergebnissen feststand. Überall in Amerika jubelten die Anhänger des 47jährigen Senators aus Illinois.

Obama entschied nach Hochrechnungen der Sender ABC, Fox News und CNN das Rennen in den besonders umkämpften Staaten Ohio und Pennsylvania. Vor allem Ohio galt als Schlüsselstaat für den Sieg. Auch in der Republikaner-Hochburg Virginia setzte er sich durch. Seit 1964 hatte hier kein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen.

Obama führte nach Prognosen des Senders CNN bei der Zahl der Wahlmänner mit 333 zu 155 Stimmen vor McCain. Grundlage waren Hochrechnungen und erste Auszählungsergebnisse. Für die Wahl zum US- Präsidenten sind 270 Wahlleute notwendig.

Im besonders heftig umkämpften Florida lag Obama laut CNN nach Auszählung von etwas mehr als zwei Drittel der Stimmen mit 51 Prozent vorn. McCain kam auf 49 Prozent.

Die Demokraten konnten bei der Wahl zum Senat und zum Repräsentantenhaus ihre Mehrheit ausbauen. Die Demokraten gewannen nach Angaben von CBS News vier zusätzliche Senatssitze in Virginia, North Carolina und New Hampshire. Im Repräsentantenhaus erhielten sie bislang sechs zusätzliche Mandate. Laut CNN haben die Demokraten 56 Senatorensitze, die Republikaner 40. Zur Mehrheit genügen 51 Sitze.

Zehntausende Menschen hatten sich am Dienstagabend in Chicago, dem Wohnort Obamas, im Grant Central Park versammelt, um einen Wahlsieg des schwarzen Senators von Illinois zu feiern.

Bei der Wahl wurde eine Rekordbeteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern erwartet. An der Präsidentenwahl vor vier Jahren hatten sich lediglich rund 121 Millionen Bürger beteiligt. Schon in den vergangenen Wochen hatten fast 30 Millionen Wähler von der Möglichkeit einer frühzeitigen Stimmabgabe Gebrauch gemacht.

In den USA wird der Präsident nicht direkt, sondern durch ein Wahlmännergremium gewählt, das sich aus Vertretern der einzelnen Bundesstaaten zusammensetzt. Diese stimmen traditionell entsprechend dem Ergebnis in ihren Staaten. Der Gewinner eines Bundesstaates erhält jeweils alle zu vergebenden Wahlmännerstimmen. Die Wahlmänner stimmen am 15. Dezember ab, der neue Präsident wird schließlich am 20. Januar ins Amt eingeführt.

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