NVA-Treffen in der Kiesgrube: Ehemalige hinterm Steuer von L 60 und „ZIL“

Vor 25 Jahren saß Bernd Schröder das letzte Mal hinterm Steuer vom „ZIL“. Foto: Katharina Hennes
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Vor 25 Jahren saß Bernd Schröder das letzte Mal hinterm Steuer vom „ZIL“. Foto: Katharina Hennes

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14. Mai 2008, 11:42 Uhr

Hagenow - „Es ist die alte Technik, die uns begeistert und nicht der Kampfgeist“, sagt Reinhold Puls. Er steht in Tarnhose auf der Klippe einer Kiesgrube bei Hagenow, ist umgeben von schwarzen Rußwolken und freut sich über die Fehlzündung des L 60, die gerade ohrenbetäubend hinter ihm knallt. „Das gehört dazu. Da wird Geschichte wieder lebendig.“

Hunderte Menschen sind genau deshalb in die Kiesgrube bei Hagenow gekommen. Bernd Schröder muss nur den Griff an der Fahrertür vom „ZIL“ berühren und alle Erinnerungen an seine Armeezeit sind wieder da.

„Wenn du den hier eineinhalb Jahre fährst, dann kannst du das auch Jahrzehnte später noch im Schlaf“, sagt Schröder, der als Kraftfahrer Mitte der achtziger Jahre in Goldberg diente. Beim NVA-Treffen in der Kiesgrube stieg er noch einmal in das Fahrerhaus, preschte mit Fahrlehrer, dem 24-jährigen Thomas Dötschel, durch die Kraterlandschaft, vorbei an Panzern, die vor den Schaulustigen in Schlammlöchern verschwanden und wieder auftauchten.

„Mit der Kiste hier kommt man überall durch. Geht nicht, gibt’s nicht.“ Auch für Thomas Dötschel ist jede Fahrt im „ZIL“ ein Abenteuer. Er ist die Strecke vor dem Treffen mehrmals abgefahren, damit er Besucher wie Bernd Schröder durch die Grube lotsen kann. „Wer das Ding den ganzen Tag fährt, spart sich das Fitness-Center“, sagt der 24-Jährige, dessen Vater in der IG Alte Militärtechnik mitmacht.

Die IG hat das NVA-Treffen bereits zum elften Mal in Folge organisiert. Das Interesse an der Technik scheint nicht abzureißen. Inzwischen kommen die Fans aus Stralsund, Perleberg, Hamburg oder von der Insel Rügen.

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