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Digitaler Personalausweis als Durchbruch für sichereres Internet? : Nur wenig Schwung beim "ePerso"

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Ein Jahr nach dem Start der neuen Personalausweise warten ihre Besitzer immer noch auf die versprochene Vielfalt von Zusatzdiensten.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2011 | 08:59 Uhr

Ein Jahr nach dem Start der neuen Personalausweise warten ihre Besitzer immer noch auf die versprochene Vielfalt von Zusatzdiensten. Das lässt die Differenzen zwischen IT-Wirtschaft und Politik stärker zutage treten. Der Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, klagte zum Jahrestag über mehrere Punkte, an denen es der Industrie nicht schnell genug geht. So hätte er sich gewünscht, dass die Identifizierungs-Funktion (eID) standardmäßig bei allen digitalen Ausweisen eingeschaltet wäre, sagte Kempf gestern in Berlin. Stattdessen können die Nutzer sie nach Wunsch bei den Bürgerämtern freischalten lassen.

Seit dem 1. November 2010 haben 8,5 Millionen Bürger den "ePerso" bekommen, bis Ende des Jahres sollen es zehn Millionen sein. Es sind hauptsächlich diejenigen, die einen neuen Personalausweis brauchten, weil der alte ablief, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt. Die digitale Identifizierung haben sich laut Erhebungen rund drei Millionen Menschen freischalten lassen. Auch das sei ein Erfolg für das erste Jahr, sagt der IT-Direktor im Bundesinnenministerium, Martin Schallbruch.

Allerdings scheint das nicht genug zu sein, damit die Wirtschaft in großem Stil auf die neuen Möglichkeiten anspringt. Die Bilanz des ersten Jahres bei den Zusatzdiensten wirkt ernüchternd: Bisher bieten vor allem Versicherungen und Kommunen sowie einige Behörden und Anbieter von Erwachsenen-Unterhaltung die Identifizierung per "ePerso" an. Auf die schwache Verbreitung der Zusatzangebote führt Kempf auch zurück, dass nur drei Viertel der Besitzer mit ihrem neuen Kärtchen zufrieden sind. Denn es sorge für Enttäuschung, wenn der Inhaber feststelle, "dass er eine eID-Funktion hat, aber nichts damit anfangen kann". Nicht zu vergessen: Der neue Personalausweis ist deutlich teurer und den Bürgern wurde versprochen, dass sie dafür viel mehr bekommen. dpa

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