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Leichtathletik-DM lin Kassel : Nur Routiniers im Regen stark

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Mit einem Kraftakt im Regen hat Betty Heidler den deutschen Leichtathleten den Weg zu erfolgreichen Weltmeisterschaften in Daegu aufgezeigt. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin glänzte in Kassel.

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erstellt am 25.Jul.2011 | 11:16 Uhr

Mit einem Kraftakt im Regen hat Betty Heidler den deutschen Leichtathleten den Weg zu erfolgreichen Weltmeisterschaften in Daegu aufgezeigt. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin glänzte in Kassel auch bei Wind und Wetter mit der Siegesweite von 76,04 Metern. Bei den 111. nationalen Titelkämpfen am Wochenende vor insgesamt 30 000 Zuschauern ragten noch Weitsprung-"Sorgenkind" Sebastian Bayer, Stabartistin Martina Strutz, Diskus-Dame Nadine Müller und Weltmeister Robert Harting heraus. Bei elf Grad am Sonntag kamen viele Athleten allerdings nicht auf Betriebstemperatur.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird morgen sein Team für die WM (27. August bis 4. September) bekanntgeben. Sportdirektor Thomas Kurschilgen rechnet mit "über 60" Sportlern. Viele neue Kandidaten drängten sich im Auestadion bei widrigen Bedingungen nicht auf. Bis zum 14. August darf sich beispielsweise die verletzte Hürdensprinterin Carolin Nytra noch Hoffnungen auf eine Nachnominierung machen. Vier Tage später fliegt die erste Gruppe nach Seogwipo ins südkoreanische Ferienparadies Jeju-Island, um dort Zeit- und Klimaanpassung und den letzten Feinschliff vorzunehmen. DLV-Präsident Clemens Prokop ist optimistisch, das Erfolgsergebnis der WM 2009 in Berlin "zumindest zu bestätigen". Damals hatte der Gastgeber neun Medaillen geholt.

Heißeste Titelkandidatin ist derzeit Betty Heidler. Die Frankfurterin holte ihren siebten Titel in Serie mit einer Weite, die in diesem Jahr weltweit nur sie selbst übertroffen hat. "Die Chancen stehen gut auf zwei deutsche Medaillen", sagte die gebürtige Berlinerin Heidler mit Blick auf Clubkollegin und Vize-Meisterin Kathrin Klaas. Für die Europameisterin heißt es nun bis Daegu: "Viel Krafttraining, hohe Umfänge, viel Schmerzen."

Diskuswerferin Nadine Müller bewies am Samstag mit ihrem zweiten Sieg binnen 48 Stunden ihre internationale Klasse: Überlegen siegte die 25-jährige WM-Sechste aus Halle mit 63,41 Meter, nachdem sie am Freitagabend in Monaco den zwölften Erfolg eines DLV-Athleten in diesem Jahr in der Diamond-League-Serie gefeiert hatte. "Die guten Weiten machen einen locker im Kopf", meinte sie. Weltmeister Harting aus Berlin überzeugte im glitschigen Ring mit 65,72 Metern und feierte seinen fünften Titelgewinn seit 2007.

Auch Speerwerferin Christina Obergföll hat mit der Siegesweite von 68,86 Meter geglänzt. Die Offenburgerin blieb damit nur knapp hinter der Weltjahresbestleistung der Tschechin Barbora Spotakova (69,45) vom Freitag in Monaco

Endgültig in eine Mitfavoritenrolle für die WM katapultiert hat sich Martina Strutz. Die Stabhochspringerin vom ESV Hagenow holte sich elf Tage nach ihrem deutschen Rekord (4,78 Meter) von Karlsruhe mit 4,65 erstmals den Freiluft-Titel und ist weiter die Nummer eins auf der Welt. "Ich bin zufrieden, weil ich gezeigt habe, dass der Rekord kein Ausreißer war", sagte Strutz. Silke Spiegelburg (Leverkusen) musste sich mit 4,60 Meter und Platz zwei bescheiden.

Hallen-Europameister und -Rekordler Sebastian Bayer sprang im letzten Versuch auf 8,17 Meter hinaus. Zur A-Norm für Daegu fehlen ihm noch drei Zentimeter, der Hamburger darf aber auf die Großzügigkeit des Verbandes hoffen - wenn sein angeschlagenes Knie hält. Bayer gewann damit auch das Duell gegen Christian Reif. Der Freiluft-Europameister aus Ludwigshafen enttäuschte mit 7,82 Meter, hat aber das WM-Ticket bereits in der Tasche.

Erst gar nicht dabei war Kugelstoß-Routinier Ralf Bartels: Der Neubrandenburger fehlte aus "privaten Gründen" und überließ den Titel seinem Kronprinzen David Storl (Chemnitz/20,35 Meter).

Einen Titel für Brandenburg holte der Potsdamer Christopher Linke in 39:52,96 min im 10 km-Bahngehen. Über 400 m gab es Silber für Claudia Hoffmann (52,91) hinter Ester Cremer (Wattenscheid/ 52,70) und Bronze für Thomas Schneider (47,15). Elina Sujew belegte über 1500 m in 4:16,21 den 2. Platz hinter Corinna Harrer (Regensburg/4:10,47). Im 5000 m Bahngehen der Frauen siegte Sabine Krantz (Wattenscheid) in 20:56,75 Min vor Melanie Seeger ( 21:11,24) und Christin Elß (alle SC Potsdam/23:35,98).

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