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Parchim: Sozialkaufhaus „Novi-Life“ erfüllt Erwartungen : "Novi-Life" öffnet Türen zum Job

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Heidemann gehört zum Team des ersten gemeinnützigen Kaufhauses in Parchim. Dem 39-Jährigen, der jahrelang keine Anstellung fand, macht die Arbeit in der Holzwerkstatt von "Novi-Life" Spaß.

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erstellt am 24.Jan.2011 | 10:24 Uhr

"Man kommt hier unter Leute und wird vor allem gebraucht", ist sich der junge Mann sicher. Dabei weiß er ganz genau, dass seine Beschäftigung bei "Novi-Life" begrenzt und quasi als Sprungbrett in einen Job gelten soll. "Auch wenn seine Bewerbungen noch nicht erfolgreich waren, glaube ich schon, dass die Chancen unseres Vorarbeiters gestiegen sind", meint Bernd Männel, der das Sozialkaufhaus zusammen mit Rainer Fröse im Auftrag der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) leitet.

Chancen für den Wiedereinstieg messbar gestiegen

Und die Zahlen sprechen für sich: Von 119 Frauen und Männern, die bei "Novi-Life" inzwischen nach Vermittlung durch die Arge tätig waren, haben 22 einen neuen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt und einer einen Ausbildungsplatz gefunden. "Darauf sind wir natürlich stolz. Parchim kann im Vergleich zu unseren acht weiteren derartigen Einrichtungen auf die höchste Erfolgsquote verweisen", sagt FAW-Projektleiter Ingo Sonntag. Bedauerlich sei allerdings, dass knapp 40 Prozent der Langzeitarbeitslosen meist von selbst vorzeitig ausgeschieden sind.

Das Parchimer "Novi-Life", das im Mai 2010 als Gemeinschaftsprojekt der Arge, der FAW und der ABS aus der Taufe gehoben worden ist, will als "Sozialkaufhaus mit Chancenpotenzial" Langzeitarbeitslose wieder fit für den Arbeitsmarkt machen. Das Spektrum der Tätigkeitsmöglichkeiten im Verkauf, in der Fahrrad-, Elektro- und Möbelaufbereitung, im Marketing, der Beschaffung sowie der Logistik ist groß. Im Gegenzug profitieren Kunden, die auf 1200 Quadratmetern gut erhaltene Möbel, Textilien, Elektrogroßgeräte, Spielwaren, Fahrräder und Haushaltsgegenstände für einen symbolischen Obolus kaufen können. Es sind ausschließlich Arbeitslosengeld II- und Sozialempfänger, die im Landkreis wohnen.

"Die Zahl der Spender hat sich inzwischen auf über 2300 erhöht", freut sich Bernd Männel. Mehr als 1300 Kunden sind registriert. Damit nutzt etwa jede vierte Bedarfsgemeinschaft im Landkreis Parchim dieses Sozialkaufhaus.

Bedarf in den Winterwochen besonders groß

"Obwohl unser Angebot recht umfangreich ist, können wir nicht jeden Bedarf erfüllen. Neben Wintersachen für Erwachsene und Kinder werden vor allem Kühlschränke, Waschmaschinen, Fahrräder und Möbel aller Art benötigt", weiß der Kaufhausleiter. Wer helfen kann, sollte sich unter Telefon 038 71/421 188 00 melden. Sperrige Sachen werden vor Ort abgeholt.

Nachdem bekannt geworden ist, dass den Jobcentern (Nachfolger der Arge) in diesem Jahr deutlich weniger Geld zur Verfügung steht, hofft das Team von "Novi-Life", dass sie die begonnene Arbeit dennoch fortsetzen können.

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