Notruf-System soll modernisiert werden

Bei Fahrmeister Wolfgang Markmann melden sich die LVG-Busfahrer, wenn es Probleme mit Fahrgästen gibt. Er leitet dann weitere Schritte zur Sicherheit im Nahverkehr ein. Foto: Thorsten Meier
Bei Fahrmeister Wolfgang Markmann melden sich die LVG-Busfahrer, wenn es Probleme mit Fahrgästen gibt. Er leitet dann weitere Schritte zur Sicherheit im Nahverkehr ein. Foto: Thorsten Meier

Künftig sollen in der Bundeshauptstadt Seitenscheiben am Lenkplatz die Busfahrer besser vor Attacken schützen. Über 80 Prozent von ihnen wollen das so, denn brutale Überfälle in Bussen und Bahnen sind in Berlin leider keine Seltenheit. Doch auch in unserer Region leben Busfahrer mitunter schon gefährlich.

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21. November 2008, 07:19 Uhr

Ludwigslust | "Trennscheiben sind zum Glück bei unseren Bussen noch nicht nötig, aber auch wir hatten bereits mehrere Vorfälle, bei denen die Polizei eingeschaltet werden musste", sagt Christian Rader, Geschäftsführer der Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft mit Niederlassungen in Hagenow, Boizenburg, Wittenburg, Lübtheen und Dömitz. Beim jetzigen Notfallsystem werden per betriebsinternem Funk mit eingeschränkter Reichweite die so genannten Fahrmeister über Anpöbeleien und Attacken von Angetrunkenen oder übermütigen Jugendlichen informiert. Sie geben die Vorfälle an die Polizei weiter. Alles jedoch wertvolle Zeit, die verloren geht. Busse deshalb mit einer direkten Notverbindung zur Polizei auszustatten, dieser Ruf wird angesichts der Berliner Vorfälle auch in unserer Region immer lauter.

"Mittelfristig planen wir, unseren Verkehrsfunk auf digitale Füße zu stellen, um eine höhere Absicherung zu bekommen", erklärt Rader weiter. Das neue System solle dann auch eine Notruftaste enthalten. "Eine Lösung bis 2010 wäre wünschenswert. Denn Deeskalations-Schulungskurse für unsere Fahrer allein reichen nicht mehr aus. "

Von "unfassbarer Brutalität" und "versuchter Tötung" ist bereits in politischen Kreisen in Berlin die Rede. Dafür zu sorgen, dass Busfahrer und Fahrgäste künftig wirksamer gegen Übergriffe geschützt werden, sollte auch an unseren Landkreisgrenzen nicht enden.

"Bisher waren es nur Einzelfälle, in denen Jugendliche über die Strenge schlugen oder Angetrunkene im Bus Fahrgäste und Fahrer gleichermaßen anpöbelten", berichtet Detlef Arndt. Der 52-Jährige ist seit 1992 LVG-Niederlassungsleiter in Ludwigslust und für 40 Busse und deren Fahrer zuständig. Insgesamt hält die LVG im Landkreis 110 Busse mit ebenso vielen Fahrern am Rollen. "Was in Großstädten wie Berlin oder Hamburg mitunter an Gewalttaten, ob nun als Mutprobe, die sogar per Handy gefilmt wird, oder offener Aggressivität gegenüber Busfahrern abgeht, ist oft unfassbar. Da geht es uns in der provinziellen Beschaulichkeit eigentlich noch recht gut."

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