Nostalgie und Sinnlichkeit - Filmkunstfest-Auftakt mit Eva-Maria Hagen im Verlagshaus unserer Zeitung

Chefredakteur Thomas Schunck (r.) begrüßte die Gäste.
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Chefredakteur Thomas Schunck (r.) begrüßte die Gäste.

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16. April 2008, 08:03 Uhr

Schwerin - Ein Fest der Künste. In einer Person. Wer Glück hatte und rechtzeitig erschienen war, konnte die Malerin Eva-Maria Hagen gestern Abend in der Foyer-Galerie unseres Schweriner Verlagshauses vor ihrem Selbstporträt fotografieren.

Das Exotische und Ausgeflippte des berühmten Hagen-Clans springt auch in den lebensprallen, von der Lust am Malen schier zu explodierenden Bildern sofort ins Auge. Eva-Maria, Nina, Cosma-Shiva und Otis Hagen im Chagall-Himmel, mit Kulleraugen und Schmollmund. Sinnliche Paradiesvögel im Farbenrausch.

„Es geht um alles“ und „Verdammt, wir leben noch“
In ihrer zweiten Rolle griff die Hagen dann als Sängerin zur Gitarre, um mit den mehr als 300 Zuschauern auf ihre unnachahmliche Art das plattdeutsche Lied „Dat du min Leevsten büst“ zu singen sowie Lieder von Bert Brecht und Wolf Biermann zu interpretieren.

Mit dem Filmkritiker Klaus-Dieter Felsmann plauderte der Künstlerische Leiter des Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern (29. April - 4. Mai), Hasso Hartmann, über das Programm des 18. Festivals und machte die Zuschauer neugierig auf den Ehrengast Klaus Maria Brandauer, auf die deutsche Erstaufführung des Falco-Porträts „Verdammt wir leben noch“, mit der am 29. April das Filmkunstfest beginnt, auf die zwei Uraufführungen im Spielfilmwettbewerb, auf prominente Jury-Mitglieder wie Regisseur Andreas Dresen, Schauspieler Jörg Schüttauf oder Fernsehjournalist Klaus Bednarz, auf die Länderreihe mit neun Streifen aus Österreich oder die erste Boxfilmnacht mit der Uraufführung des Dokumentarfilms „Es geht um alles“ über den Box-Weltmeister Arthur Abraham und seinen Trainer Ulli Wegner sowie Schaukämpfen des Universal-Boxstalls.

Der Hauptpreis des Filmkunstfestes ist auch in diesem Jahr wieder der „Fliegende Ochse“. Der NDR vergibt einen Regiepreis. Der bei Filmemachern sehr beliebte Publikumspreis von 2500 Euro wird wieder wie seit 2001 von unserer Zeitung vergeben. Erstmals darf sich ein Nachwuchsschauspieler über einen Darstellerpreis freuen. Bis zum 4. Mai, so Hartmann, werden etwa 70 Filme gezeigt, begleitet von Lesungen, Konzerten und Ausstellungen. Unter anderem ist eine Fotoausstellung aus dem Privatarchiv Klaus Maria Brandauers zu sehen.

„Eva jenseits vom Paradies“ und Traudel allein in Berlin
Schließlich betrat Eva-Maria Hagen erneut die Bühne. Zuerst erneut als Sängerin, dann als Autorin, die aus ihrem Buch „Eva jenseits vom Paradies“ las und feurig aus ihrem Leben und von ihren Filmen erzählte, um dann erneut das künstlerische Fach zu wechseln und in die Rolle zu schlüpfen, die sie berühmt gemacht hat – die kesse Berliner Nachkriegs-Göre in Kurt Maetzigs Film „Vergesst mir meine Traudel nicht“. Eine Wiederbegegnung mit einem Stück deutscher Filmgeschichte, den sowohl der Stargast des Abends als auch die vielen älteren Zuschauer im Publikum durchaus mit nostalgischen Gefühlen aufnahmen.

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