Norma und Lidl bieten 5,1 Millionen Euro für Fläche in Brinckmansdorf - Verwaltung lehnt ab

von
03. Juli 2008, 07:06 Uhr

Rostock - Seit elf Jahren versucht die Stadt, sechs Hektar Bauland nördlich der Tessiner Straße zu verkaufen. Interessenten sind immer wieder abgesprungen. Jetzt wollen die Discounter Norma und Lidl bauen und locken mit 5,1 Millionen Euro für die Fläche. Doch die Stadt lehnt dankend ab – offiziell aus formalen Gründen.

Einzelhandel sei in diesem Bereich nicht zugelassen, schildert Rostocks Chefstadtplaner Christoph Weinhold. Eine Gefälligkeitsplanung werde es nicht geben. Auch Bauamtsleiterin Ines Gründel zieht sich auf den so genannten B-Plan und formale Argumente zurück. „Die oberste Bauausfichstbehörde teilt unsere Meinung.“ Demnach sind in dem Gebiet Handwerker oder Dienstleister erwünscht, Discounter nicht.

„Warum versucht die Verwaltung keinen Kompromiss zu finden“, kritisiert der Vorsitzende des städtischen Bauausschusses, Frank Giesen (CDU), die starre Haltung der Verwaltung. Immerhin seien finanzielle Interessen der Stadt betroffen. Und in der Tat: Die Discounter lassen sich nicht lumpen. Die gebotenen 5,1 Millionen Euro entsprechen ein Kaufpreis von etwa 85 Euro für den Quadratmeter.

Kaufoption läuft bald aus
Selbst ein Spitzengespräch zwischen Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling und den Investoren, die über eine Projektgesellschaft verhandeln, ist gescheitert. Derweil hat sich das Schweriner Bauministerium eingeschaltet und in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass eine Änderung des B-Planes prinzipiell möglich sei, dies allerdings Aufgabe der Bürgerschaft wäre.

„Der Gruppe ist es egal, ob sie hier investiert oder in Greifswald. Man hängt nicht an Rostock“, lassen die Investoren über den Berliner Anwalt Klaus Jankowski verbittert erklären. Der Rückzug von Norma und Lidl wird damit immer wahrscheinlicher, zumal eine Kaufoption bis Ende des Jahres ausläuft. Insgesamt wollte die Projektgesellschaft 7,5 Millionen Euro in der Hansestadt investieren und bis zu 15 Arbeitsplätze schaffen.

Mit dem Rückzug der Discounter bleiben die sechs Hektar in Brinckmansdorf weiter Brachland. Schon in der Vergangenheit sind Ansiedlungen unter anderem des Baumaschienen-Vermieters Baugema oder der Finanzgruppe Grieger Mallison auf dem Areal gescheitert, weil keine Baugenehmigung erteilt wurde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen