Norddeutsche Weinexperten: Sonnen-Wetter für Wein bisher optimal

Der Winzer Henry Ebert bei der Weinlese am Schloss in Rattey, im nördlichsten weingesetzlich anerkannten Weinanbaugebiet in Deutschland. Foto: dpa
Der Winzer Henry Ebert bei der Weinlese am Schloss in Rattey, im nördlichsten weingesetzlich anerkannten Weinanbaugebiet in Deutschland. Foto: dpa

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15. August 2008, 11:21 Uhr

Rattey/Burg Stargard - Die beiden größeren Weinanbaugebiete nördlich Berlins - Rattey und Burg Stargard in Mecklenburg-Strelitz - erwarten in diesem Jahr eine sehr gute Ernte. „Das Wetter war für unseren Wein bisher optimal“, sagte Pjoen Hartmann vom Verein der Privatwinzer zu Rattey der Deutschen Presse- Agentur dpa. Wir sind „sehr zufrieden“, erklärte Stefan Schmidt vom Winzerverein in Burg Stargard mit einem 500 Jahre alten Weinanbaugebiet. In Burg Stargard gibt es rund 1200 Rebstöcke, deren Trauben durch blaue Netze vor diebischen Staren und anderen Vögeln geschützt werden sollen.

Am Schloss Rattey können die Trauben von rund 12 000 Rebstöcken geerntet werden, weitere 3000 tragen noch nicht. Der Weinberg mit 3,5 Hektar ist das nördlichste weingesetzlich anerkannte Weinanbaugebiet in Deutschland. Der „Mecklenburger Landwein“ wird unter anderem in einem Gutsladen und auf Märkten verkauft.

„Die zum Teil sehr heftigen Gewitter im Land oder Fröste, wie in den Vorjahren, haben uns bisher verschont“, äußerte Hartmann. Der jetzige Reifegrad der Trauben sei der beste seit etwa fünf Jahren. „Wenn es so weitergeht, und im September die Süße dazukommt, könnten wir bis zu 12 000 Liter Wein bekommen.“

Die Ernte werde, je nach Spätsommerwetter, im September oder Oktober beginnen. „Jeder Altweibersommergrad bringt ein Oechslegrad mehr“, sagte der Weinfachmann. Der Zuckergehalt bestimmt die Güte des Weins. In Rattey wird zu 60 Prozent Rotwein der Sorte „Regent“ angebaut, der zwei frost- und mehltauanfällige Sorten ersetzt hat. Dazu kommen vier Sorten Weißwein.

Der Rotwein ist auch in Burg Stargard als „Regent“ und „Blauer Portugieser“ am stärksten vertreten. „Die Trauben sind wegen der Trockenheit im Juli etwas kleinbeeriger, aber voll“, sagte Schmidt. Als Besonderheit wachse in der Burgstadt die Rebsorte „Elbling“, die älteste deutsche Sorte. In der Kleinstadt südlich von Neubrandenburg ist seit 1508 Weinanbau nachgewiesen.

„Wir hoffen in diesem Jahr auf etwa 2,5 Tonnen Beeren vom Burgberg und am Teufelsbruch am Stadtrand“, sagte Schmidt. Daraus könnten rund 1500 Liter Wein gekeltert werden. Am 13. September ist in Burg Stargard ein Winzerfest geplant.

Weinanbau gibt es in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem noch in Loddin auf der Insel Usedom mit 99 Rebstöcken und im neu angelegten Garten von Marihn (Müritzkreis).

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