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20. September 2017 | 09:35 Uhr

Nie wieder Heizkosten

vom

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2010 | 08:45 Uhr

Lübtheen | Die Wände sind gedämmt, die Fenster dreifach verglast, die Fassade strahlt in satten Rottönen. Jetzt geht der Bau der ersten CO-freien Schule Mecklenburg-Vorpommerns in seine letzte Phase. Drinnen verlegen Installateure die Decken- und Fußbodenheizung. Im Atrium werden die Pfeiler verputzt, im Treppenhaus die Geländer gestrichen.

15 Firmen arbeiten zeitgleich in dem Haus, das - wenn es nach den ehrgeizigen Plänen des Schweriner Architekten Andreas Rossmann geht - bereits im März 2011 bezugsfertig sein soll. Auch Schulleiter Andreas Cordt rechnet inzwischen mit dem frühzeitigen Umzug der Regionalen Schule. "Es sieht ganz so aus, als könnte es klappen." Fast jeden Dienstag gesellt sich der Schulleiter zu den Bauberatungen vor Ort. "Wir werden bei allen wichtigen Entscheidungen mit einbezogen." Die Farbe für die Fassade zum Beispiel haben Schüler und Lehrer gemeinsam ausgesucht. Und Schulleiter Cordt hat durchgesetzt, dass in drei Klassenräumen bereits Beamer- und Smartboards installiert und alle anderen Räume technisch dafür vorbereitet werden. "Wenn jetzt gebaut wird, dann muss auch genau jetzt all das berücksichtigt werden", sagt er. Cordt kennt jeden Winkel, jede Steckdose im neuen Schulhaus. "Das hier wird eine wirklich spannenden Geschichte", sagt er und meint damit vor allem das Heizsystem. Denn geheizt wird in diesem Haus praktisch gar nicht. Die Heizungen in den Decken und Fußböden sind nur zum Anheizen im Winter da. Sie werden mit warmen Wasser aus dem 125 Meter tiefen Erdreich gespeist und am Computer per Knopfdruck vom Hausmeister bedient. Wegen der extrem starken Dämmung vor dem Mauerwerk kann aus dem Gebäude keine Wärme entweichen. Die Energiequelle im Haus sind die Schüler und Lehrer mit ihrer Körperwärme und alle laufenden technischen Geräte. Die Lüftung erfolgt über Schächte, die sich durchs ganze Haus ziehen. Der Abluft wird die Wärme entzogen und der Zuluft zugeführt. Wie gut das in der Praxis funktioniert, hat Cordt in einer ähnlichen Schule in Bremen erlebt. "Da herrschte immer ein frisches angenehmes Raumklima." Der Schulleiter freut sich auf das Passiv-Schulhaus. "Wir werden anfangs viel testen: Stimmt die Raumfeuchte? Wie lange dauert das Anheizen? Funktioniert die Lüftung?" Geht das Konzept auf, dann entstünden der Schule künftig keine Heizkosten mehr. Mit einem Schlag würden die bisher gezahlten 13000 Euro im Jahr gespart. Selbst der Strom soll durch das Einspeisen aus der schuleigenen Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz refinanziert werden.

Seine Kollegen hat der Schulleiter bereits durch das Haus geführt. Nächste Woche besuchen die Klassenratsvorsitzenden erstmals die Baustelle und am 26. November gibt es eine Führung für jeweils zwei Eltern aus den 17 Klassen. Cordt: "Wir sind noch gar nicht eingezogen, aber trotzdem schon irre stolz auf diese Schule."

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