Nicht genug Hotelbetten für Buga

Der touristische Erfolg der Bundesgartenschau 2009 könnte kleiner ausfallen als erhofft: Die Übernachtungskapazitäten in und um Schwerin sind offenbar viel zu gering, um dem erwarteten Gästeansturm zu Spitzenzeiten gerecht werden zu können. Schon jetzt sind Hotels und Pensionen an vielen Tagen während der Blumenschau im kommenden Jahr nahezu ausgebucht, mit dem rechtzeitigen Bau weiterer Herbergen ist nicht zu rechnen, wie Stadtmarketing-Gesellschaft und Buga-Planer bestätigen.

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16. Juni 2008, 07:30 Uhr

Schwerin - Es gibt ein Szenario, das sich Buga-Sprecher Gert Steinhagen nur ungern ausmalt: „Das Schlimmste wäre, wenn Reiseveranstalter oder Individualreisende bei Hotels in und um Schwerin nach freien Betten fragen, aber nur Absagen erhalten und deshalb Besuche der Gartenschau 2009 streichen.“

Ganz unbegründet sind solche Befürchtungen jedoch nicht. Zwar würde es sich bei den insgesamt zur Buga erwarteten 1,5 Millionen Besuchern erfahrungsgemäß vielfach um Tagesgäste handeln, sagt Katharina Lawrenz von der Stadtmarketing-Gesellschaft. „Tatsächlich könnte der Gästeansturm während der Bundesgartenschau zu Spitzenzeiten aber so groß werden, dass die nachgefragten Bettenkapazitäten in und um Schwerin nicht ausreichen“, fügt sie hinzu. Alarmierend: „Schon jetzt sind viele Beherbergungsstätten an vielen Tagen, insbesondere an Freitagen und Sonnabenden, während des Zeitraums der Buga von April bis Oktober 2009 nahezu ausgebucht“, so die Stadtmarketing-Mitarbeiterin.

Ganz unerwartet kommt dies jedoch nicht: Bereits im vergangenen Jahr war die Betten-Auslastung in Schwerin in den Sommermonaten punktuell sehr hoch, für die diesjährige Saison zeichnet sich vor allem für den Zeitraum der vom 4. Juli bis zum 10. August stattfindenden Schlossfestspiele eine ähnlich hohe Nachfrage ab.

Das Problem in Zahlen: Laut Buga-Gesellschaft dürfte das Areal der Gartenschau an manchen Tagen mit bis zu 20 000 Besuchern bevölkert sein. Doch in der Landeshauptstadt selbst gibt es nur rund 2700 Betten in Gästehäusern mit mehr als neun Schlafmöglichkeiten. „Hinzu kommen rund 400 Betten privater Anbieter“, sagt Stadtmarketing-Mitarbeiterin Lawrenz. In der Region Schwerin, die von Wismar über Grevesmühlen, Hagenow, Ludwigslust und Sternberg bis nach Güstrow reiche, stünden maximal 6500 Betten zur Verfügung.

Engpässe insbesondere dann, wenn 2009 neben der Buga auch noch die Schlossfestspiele nach Schwerin locken, schließt auch Crowne-Plaza-Geschäftsführer Valentin Resetarits nicht aus. „Wir werden dann bemüht sein, keinen Gast vor der Tür stehen zu lassen, sondern ihm ein Zimmer in einem anderen Haus zu vermitteln“, so Resetarits, der auch Vorsitzender der Erfa-Gruppe ist, der zehn Schweriner Hotels angehören. Unabhängig von Höhepunkten wie der Buga reiche die Bettenkapazität in Schwerin grundsätzlich aber aus, so Resetarits. Niemand könne Interesse daran haben, eigens für 2009 Kapazitäten aufzubauen, die danach nicht mehr gebraucht würden.

Ausweichmöglichkeiten für 2009 sieht Buga-Sprecher Steinhagen aber fast nur im Umland: „Da keine neuen Hotel-Bauten in Schwerin zu erwarten sind, bauen wir darauf, dass sich Hoteliers der Region künftig stärker mit der Buga identifizieren.“ Ein Schritt dazu wäre, dass sich diese Hotels der Zimmervermittlung der Stadtmarketing anschließen, „denn dort laufen die Anfragen auf“, so Steinhagen. Allerdings: Auch im Umland ist die Hotel-Auslastung in den Sommermonaten hoch.

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