Schlagsdorf: Fördermittelbescheides in Höhe von 103 616 Euro : Neustart im Schlagsdorfer Grenzhus

Till Backhaus überreicht Gerd Schriefer den Fördermittelbescheid
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Till Backhaus überreicht Gerd Schriefer den Fördermittelbescheid

Mit der Übergabe eines Fördermittelbescheides an den Förderverein Biosphäre Schaalsee gab Backhaus gestern symbolisch den Startschuss für ein neues Ausstellungskonzept im Schlagsdorfer Grenzhus.

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12. Mai 2011, 11:21 Uhr

Mit der Übergabe eines Fördermittelbescheides in Höhe von 103 616 Euro an den Förderverein Biosphäre Schaalsee gab gestern Umweltminister Dr. Till Backhaus symbolisch den Startschuss für ein neues Ausstellungskonzept im Schlagsdorfer Grenzhus. Das Geld stammt aus dem Haushalt der EU-Gemeinschaftsinitiative Leader Aktionsgruppe Mecklenburger-Schaalseeregion, der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, dem Landkreis NWM, dem Förderverein und der Stiftung der Biosphäre Schaalsee.

Mit Hilfe der Finanzspritze können der Innen- und Außenbereich des Grenzhus sowie das Grenzstein-Café erneuert werden. Die impuls-design GmbH und das Netz-Projekt Bantin übernehmen die Projektsteuerung und Konzepterstellung.

Damit endet die Odyssee des 1999 eröffneten Informationszentrums. Grund: Das Ausstellungsangebot gilt seit Jahren als überholt. Aufgrund fehlender konzeptioneller und betriebswirtschaftlicher Grundlagen war der Trägerverein kaum in der Lage, das Entwicklungspotenzial auszuschöpfen. Dem Engagement des Grenzhus e.V. mit Unterstützung der Gemeinde Schlagsdorf ist der Weiterbetrieb zu verdanken. Heute ist das Haus die wichtigste museale Einrichtung in Bezug auf die damalige innerdeutsche Grenze zwischen Ostseeküste und Elbe. Gerade deshalb gab Umweltminister Backhaus zu bedenken, ob sich der Standort eigne, vor allem wegen der wirtschaftlichen Bedeutung von Besucherzahlen. Schlagsdorf Bürgermeister Ingo Melchin, Robert Paeplow als Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Biosphäre Schaalsee, Rehnas Amtsvorsteher Andreas Spiewack sowie Fördervereinschef Gerd Schriefer ließen keine Zweifel an der Eignung Schlagsdorfs aufkommen. "Die Urlauber und Ausflügler sind vorhanden. Wir müssen sie nur bis zum Grenzhus lenken", so Spiewack .

Das Grenzhus soll in Zukunft aber mehr als ein reiner Ausflugspunkt darstellen. Darauf zielen die ersten Ansätze des Betreiberkonzepts ab. Carsten Hertwig vom Netz-Projekt stellte die Eckpunkte des ab 2012 in die Realisierung gehenden Projektes vor: "Ein veränderter Außenbereich, Wege zum geschleiften Dorf Neuhof sowie die inhaltliche Überarbeitung der Ausstellung mit Zeitzeugenberichten und Mediathek sind wesentliche Voraussetzungen. Das Leben in dieser Region und die Beziehung Mensch und Natur werden Schwerpunkte der Ausstellung." Geschichten, wie die missglückte und vor den Läufen von Maschinengewehren endenden Flucht eines Mannes über den Schaalsee oder die, wie eine Kuh von West nach Ost flüchten wollte, sind Erlebnisse, die die Problematik Grenze als Menschen verachtendes Bauwerk sehr anschaulich verdeutlichen, so Hertwig. Neue Inhalte versprechen zudem eine Zunahme bei Besucherzahlen (derzeit 10 000 im Jahr) und folglich steigende Einnahmen. Nur so lasse sich das Infozentrum auf Dauer sicher betreiben.

Darüber hinaus müsse das Grenzhus zur Bildungsstätte im norddeutschen Raum werden. Nach Angaben von Klaus Jarmatz, Leiter Biosphärenreservat, wollen sich Partner wie der Verein Alte Schule mit den Standorten ihrer Jugendbegegnungsstätten in Meetzen und Groß Thurow mit einbringen. Im Herbst 2011 will der Förderverein Biosphäre Schaalsee das vollständige Konzept vorstellen.

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