Neustädter Damen im Derby eine Klasse besser

Für die Warnemünder Damen gab es im Landesderby nichts zu holen. Auch im Angriff konnten sie sich nur selten gegen den guten Neustädter Block durchsetzen. Fotos: Thomas Willmann
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Für die Warnemünder Damen gab es im Landesderby nichts zu holen. Auch im Angriff konnten sie sich nur selten gegen den guten Neustädter Block durchsetzen. Fotos: Thomas Willmann

Die Regionalliga-Volleyballerinnen des SV Neustadt-Glewe haben es geschafft: Durch einen in dieser Deutlichkeit eher überraschenden 3:0-Sieg im Landesderby gegen den SV Warnemünde sind sie in der Tabelle an WiWa Hamburg vorbeigezogen und gehen als Spitzenreiter in die kurze Winterpause.

svz.de von
15. Dezember 2008, 07:22 Uhr

Neustadt-Glewe | Dass sich Warnemünde für dieses Verfolgerduell des Tabellendritten beim Tabellenzweiten einiges vorgenommen hatte, wurde schon beim Einspielen deutlich. Die Gäste liefen mit komplettem Zwölfer-Kader auf. Dazu gehörte mit Cathrin Schlüter eine Spielerin, die in der vergangenen Saison noch für den Schweriner SC in der ersten Liga aufgeschlagen hatte. Aber das spielte an diesem Tag ebenso wenig eine Rolle, wie die Tatsache, dass die Neustädterinnen aus privaten Gründen kurzfristig auf die bundesligaerfahrene Tina Gollan verzichten mussten.

Verfolgerduell dauerte nicht einmal eine StundeDie Fronten auf dem Feld waren schnell geklärt. Das 1:0 sollte die einzige Warnemünder Führung im ersten Satz bleiben. Der Gastgeber brachte den Gegner mit druckvollen Aufschlägen ein ums andere Mal in Verlegenheit. Unter der schlechten Annahme litt zwangsweise das Angriffsspiel des Tabellendritten. Und da auch der Neustädter Block sehr gut stand, wurde der Auftakt zu einer kurzen Angelegenheit. Über die Stationen 5:1, 10:3 und 14:6 hieß es nach nur 16 Minuten 25:10 für die Fortschritt-Damen.

Zumindest die neutralen Zuschauer hofften auf etwas mehr Spannung, als Warnemünde zu Beginn des zweiten Durchgangs mit 10:7 vorne lag. Doch die Kräfteverhältnisse kehrten sich allzu schnell wieder um. Die Neustädterinnen fanden zu ihrer konzentrierten Spielweise zurück und erzielten durch klare Aktionen eine hohe Effektivität. Warnemündes Trainer Matthäus Kuna schien angesichts der eigenen Annahmeschwäche zeitweise der Verzweiflung nahe. Auch diesmal waren für sein Team nicht mehr als 16 Punkte drin.

Der dritte Satz zeigte deutliche Parallelen zum Vorgänger auf. Bis zum 11:11 konnte sich keine Mannschaft absetzen. Dann lief es wieder nach dem einfachen Neustädter Erfolgsrezept: Nadine Kittendorf bereitete mit platzierten Aufschlägen vor, Warnemünde konnte den Ball nur im Spiel halten und bekam im Gegenzug die gegnerischen Angreiferinnen nicht in den Griff - in dieser Phase machte vor allem Anzhela Kryvarot mit dem Warnemünder Block, was sie wollte. Sechs Punkte in Folge zum 17:11 bedeuteten die Vorentscheidung. Nach einer Gesamtspieldauer von nur 53 Minuten verwandelte der neue Tabellenführer seinen zweiten Spielball zum 25:15.

Im zehnten Satz vielleicht eine Siegchance gehabtDie Enttäuschung im Warnemünder Lager war an den Gesichtern der Spielerinnen abzulesen. Das galt insbesondere für Andrea Bock, die von 1999 bis 2006 selbst das Neustädter Trikot getragen hatte: "Ich wollte heute unbedingt gewinnen. Aber wir waren alle unheimlich nervös und haben deutliche Schwächen in der Annahme und im Block gezeigt." Ihren Humor hatte die Außenangreiferin bei allem Frust aber nicht verloren: "Wer weiß, wenn das Spiel länger gedauert hätte, vielleicht hätten wir ja den zehnten Satz gewonnen."

Verständlicherweise machte sich dagegen auf Neustädter Seite große Zufriedenheit breit, Mannschaftsführerin Daniela Engel: "Ich weiß nicht warum, aber gegen Warnemünde läuft das immer so. Wir haben auch heute nie ans Verlieren gedacht. Man kennt sich ja gut, wahrscheinlich wollen sie einfach zu viel und verkrampfen." Und Libera Daniela Friebe, die das Spiel auf Grund von Augenproblemen nur als Zuschauerin verfolgen konnte, hatte es ohnehin schon vorher gewusst: "Ich habe geträumt, das wir heute so klar gewinnen."

SV Neustadt-Glewe: Kittendorf, Engel, Munsch, Schallhorn, Kryvarot, Ecker, Lange, Schuldt.

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