Neustadt-Glewe: Fünfjähriges Mädchen bei Brand schwer verletzt

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08. April 2008, 07:05 Uhr

Durch eine schwere Rauchvergiftung lebensgefährlich verletzt, musste ein fünfjähriges Mädchen in den gestrigen Morgenstunden ins Krankenhaus gebracht werden. Zuvor hatte ein Feuerwehrmann aus Hohewisch das Kind aus einem kombinierten Wohn- und Geschäftshaus neben einem örtlichen Discounter retten können. Dort war es aus noch ungeklärter Ursache gegen 2 Uhr zu einem Wohnungbrand gekommen. Nun ermittelt die Kripo zur Ursache des Feuers.

Neustadt-Glewe - „Wir haben gezielt nach dem kleinen Mädchen in allen Räumen gesucht. Die starke Rauchentwicklung hat den Einsatz sehr erschwert. Ich fand es dann bewusstlos im Kinderzimmer am Boden liegend und konnte es so den Rettungskräften übergeben“, erinnert sich Daniel Barwanietz, der mit Atemschutzausrüstung im Einsatz war. Der 27-Jährige, der nicht als Held betrachtet werden möchte, ist seit 14 Jahren bei der Ortswehr in Hohewisch. Ein Kind vor dem sicheren Erstickungstod retten musste er bisher nicht. „Das ist schon eine besondere Einsatzsituation, wenn man weiß, da ist noch jemand drin“, gesteht der junge Mann.

Auch Amtswehrführer Reinhard Sturm ist erleichtert, wenn auch immer noch besorgt. „Zum Glück lag das Mädchen am Boden, wo die Rauchentwicklung etwas geringer ist. Die Kleine schwebt aber wohl immer noch in Lebensgefahr. So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei. Hoffentlich wird sie schnell wieder gesund“, sagt der 55-Jährige, der seit 1997 die Wehren des Amtsbereiches anführt.

„Wir waren mit 36 Kameraden und sechs Löschfahrzeugen aus Neustadt-Glewe, Brenz, Hohewisch und Ludwigslust vor Ort und haben bis gegen 4.15 Uhr den Schwelbrand unter Kontrolle gehabt.“
Kurz vor 2 Uhr war es in Neustadt-Glewe zu dem Wohnungsbrand in einem kombinierten Wohn- und Geschäftshaus gekommen. Die gegen 2.10 Uhr eintreffenden Rettungskräfte der Feuerwehren mussten mit Atemschutzausrüstung in den zweiten Stock des Gebäudes, aus dem ihnen starke Rauchschwaden entgegen schlugen und der konkrete Brandherd nicht lokalisiert werden konnte. Eine Familie, Mutter (28) und Mann (30) konnte sich mit ihrem etwa einjährigen Kleinkind selbst unverletzt retten.

Manja, die fünfjährige Tochter der Familie, musste durch Feuerwehr aus der Wohnung geholt werden, sie erlitt eine schwere Rauchgasvergiftung. Zur medizinischen Versorgung kam das Mädchen in ein Krankenhaus, wo es in ein künstliches Koma versetzt wurde. Eine weitere Familie, eine 25-jährige Frau und ihr Mann mit einem einjährigen Kleinkind, konnte ebenfalls durch die Kameraden gerettet werden. Die Kripo Schwerin und Ludwigslust hat die Ermittlungen aufgenommen.

„Wir gehen gegenwärtig nicht von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus“, erklärte Klaus Wiechmann von der Polizeidirektion Schwerin gestern am späten Nachmittag.

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