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Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen ausgezeichnet : Neuhaus erste Arche-Region im Bund

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Das Amt Neuhaus wurde vom Umweltministerium als erste anerkannte Arche-Region in Deutschland ausgezeichnet. Es setzt sich für den Erhalt gefährdeter Nutztierrassen ein.

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2011 | 08:24 Uhr

Berlin/Neuhaus | Das Amt Neuhaus bildet den Kern der ersten anerkannten Arche-Region in Deutschland. Den Vertretern der Interessengemeinschaft aus dem Amt, die sich für den Erhalt gefährdeter Nutztierrassen einsetzt, wurden am Mittwoch in Berlin auf der Grünen Woche die Anerkennungsurkunde der "Arche-Region Amt Neuhaus-Flusslandschaft Elbe" durch Umweltminister Hans-Heinrich Sander und Landwirtschaftsminister Gert Lindemann auf der Bühne der Niedersachsenhalle überreicht.

Hilfe für das Bunte Bentheimer Schwein

Der bergische Schlotterkamm ist extrem gefährdet, das deutsche Lachshuhn ebenso, das Vorwerkhuhn unter Beobachtung. Was für Geflügel gilt, gilt auch für die Rassen anderer Nutztierarten. So steht auf der Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen (GEH) bei den Schweinen unter anderen das Bunte Bentheimer Schwein und das deutsche Sattelschwein, bei den Rindern das Angler Rind und das Deutsche Shorthorn.

Doch es gibt Menschen wie Jürgen Niederhoff aus Dellien oder auch Sören Voigt aus Stiepelse, die sich für diese alten Rassen interessieren, sie halten und dazu beitragen, dass dieser wichtige Gen-Pool erhalten bleibt. Angestoßen und vorangetrieben von der Stork Foundation hat sich im Amt Neuhaus eine Interessengemeinschaft gebildet. Verschieden Landwirte, Kleinbauern oder Privatpersonen halten inzwischen 31 Rassen der Roten Liste. Hartmut Heckenroth von der Stork Foundation in Preten ist unermüdlich unterwegs, um potentielle Halter davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, mitzumachen. Dabei steht nicht nur der Spaß an den alten Rassen im Raum, Fleisch, Eier oder Milch sollen auch verwertet werden, so wie zum Beispiel bei Sören Voigt. Gerichte mit dem Fleisch der Bentheimer Schweine sollen auf die Speisekarte des "Wiesenhofcafé", einfach weil das Fleisch besser schmeckt als aus der Massenproduktion. Als ein Renner hat sich inzwischen ein Gulasch aus dem Fleisch der Heckrinder von Hans-Jürgen Niederhoff, serviert in einer Brotschale von der Bäckerei Manfred Ickert, auf einer Floßfahrt auf der Elbe erwiesen.

"Bisher hat die GEH einzelne Betriebe und Bauernhöfe anerkannt. Mit der Arche-Region wird dieses Konzept nun deutlich erweitert und in die Fläche getragen", so Antje Feldmann, Geschäftsführerin der GEH. Derzeit wird an einem Führer zu den verschieden Arche-Betrieben gearbeitet. "Wir möchten erreichen, dass noch viele weitere Landwirte und Privatpersonen, die in der Flusslandschaft Elbe Interesse an der Erhaltung alter Haustierrassen haben, Bestandteil unserer Arche-Region werden", hofft Hartmut Heckenroth.

In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal das Projekt "Informationszentrum zur Artenvielfalt und alten Nutztierrassen" im Haus des Gastes erwähnt. "Im Rahmen dieses Projektes können wir uns vorstellen, Haltern von Nutztierrassen auch bei der Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen. Nur etwa zwei Fünftel der veranschlagten Fördergelder sollen in den Ausbau des Hauses des Gastes fließen", so Ulrich Mentz vom Landkreis.


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