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Zuwachs für den Bärenwald am Plauer See : Neues Zuhause für Bärinnen

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Heute werden zwei Braunbärinnen aus Polen ihre neue Heimat im Bärenwald Müritz finden. Bislang mussten Kasia und Basia unter widrigen Umständen in einem Zoo hausen. Der Bärenwald bietet genügend Platz.

Plau am See/ Stuer | Weil es in ihrer Heimat keine alternative Unterbringung gibt, hätten die beiden gequälten Braunbärinnen Kasia und Basia aus einem polnischen Zoo vielleicht sterben müssen. Heute wird Vier Pfoten die Tiere retten und in ihr neues Zuhause nach Deutschland in den Bärenwald Müritz überführen.

Die 15 und 27 Jahre alten Bärinnen wurden bis heute in einem Zoo in Leszno/Westpolen ohne Lizenz gehalten. Die Umstände dort seien katastrophal: "Beide Tiere hatten zusammen nur etwa 60 Quadratmeter Fläche zur Verfügung - nur Beton und Eisen, ohne Rückzugsmöglichkeit. Die hygienischen Bedingungen waren furchtbar und haben die Gesundheit der Tiere angegriffen. Außerdem wurden die Tiere mit Unmengen an zuckerhaltigem Weißbrot gefüttert - eine konstante Fehlernährung, die bei den beiden Bären zu schweren gesundheitlichen Schäden geführt hat," so Carsten Hertwig, Leiter des Bärenkompetenzzentrums von Vier Pfoten. Bereits im Jahr 2009 sei ein Bär wegen der schlechten Haltungsbedingungen gestorben.

Der Transport der beiden Bärinnen wird von einem Tierarzt und einem Vier-Pfoten-Team begleitet und überwacht. Nach ihrer Ankunft im Bärenwald Müritz werden die Tiere zunächst in ein Beobachtungsgehege gebracht. "Die ersten Stunden in der neuen Freianlage sind für uns immer ganz besonders spannend", erklärt Patrick Boncourt, Bärenexperte bei Vier Pfoten. "Solche Bären hatten in ihrem Leben noch nie zuvor ein Büschel Gras unter ihren Tatzen. Kasia und Basia werden nach dem Transport noch einige Tage benötigen, um sich an die neue Anlage zu gewöhnen. Erfahrungsgemäß sollte das aber kein Problem sein."

Der Bärenwald Müritz bietet Braunbären aus Gefangenschaft einen naturnahen Lebensraum. Hier können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen wiederentdecken und ausleben. Durch den Ausbau auf insgesamt 16 Hektar ist der Bärenwald Müritz nun doppelt so groß wie zuvor und damit das größte Bärenschutzzentrum in Westeuropa. Seit 2006 finden Bären aus schlechter Haltung hier ein tiergerechtes Zuhause. Derzeit leben elf Bären in dem naturnahen Freigehege am Plauer See. "Vier Pfoten" betreibt vergleichbare Schutzzentren für Bären seit Jahren auch in Österreich und Bulgarien.

Die Befreiung von Bären aus ehemals schlechter Haltung gehört zu den Erfolgsstories von Vier Pfoten. In den letzten Jahren gelang es der Tierschutzorganisation in zahlreichen Einsätzen, alle Tanzbären in der EU zu retten und zu überführen. Nun kündigt Vier Pfoten an, sich um weitere Braunbären zu kümmern, die überwiegend in Osteuropa noch immer in viel zu kleinen Käfigen und Zwingern gehalten werden.

Kasia und Basia sind in Polen nicht die einzigen Problemfälle. Den anderen polnischen Bären (ca. 15 weitere) soll geholfen werden, indem Vier Pfoten den Bau einer großzügigen Bärenfreianlage in Polen unterstützen wird.

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erstellt am 09.Jun.2011 | 05:24 Uhr

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