Neues Heim beschmiert

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14. November 2010, 10:24 Uhr

Die Freude über die Eröffnung des neuen Pflegewohnparks der Rostocker Heimstiftung in der Danziger Straße 44 ist ein wenig getrübt worden. Bereits kurz nach der Eröffnung gab es dort unschöne Vorkommnisse. "Wir hatten zweimal mit Graffiti beschmierte Wände", sagt Schuck. "Auch wenn wir das sofort bei der Polizei angezeigt haben, ist das ein unschöner Anblick", sagt er. Auch Bewohnerin Elisabeth Seyboldt und ihre Tochter hatten die bekritzelten Wände bemerkt und waren nicht erfreut.

Überraschungsbesuch zu Halloween

Hinzu kam, dass einige Jugendliche den Gedanken des Konzeptes eines offenen Hauses zu wörtlich genommen haben. Sie inspizierten mehrfach unangemeldet Bereiche der Einrichtung. Auch zu Halloween erschreckten aus dem Anlass Kostümierte und Geschminkte einige der betagten Bewohner mit ihrem unerwarteten Erscheinen . "Wir haben nichts dagegen, Schüler in unserem Haus zu empfangen und Teile vom Haus zu zeigen, aber eine Erkundung auf eigene Faust ist hier leider nicht möglich", betont Schuck. "So ein überfallartiger Besuch in einer Pflegeheim zu Halloween ist einfach nicht angebracht, allein die Masken ängstigen die Bewohner."

Nach den ersten Vorfällen mit den Graffiti an der Hauswand hat die Heimleitung sofort einen Wachdienst engagiert, zur Polizeistation ist jetzt ebenfalls ein kurzer Draht geschaltet worden. Auch zu der benachbarten Schule hat Hanno Schuck nach den Vorfällen Kontakt aufgenommen, um sich und den Pflegewohnpark vorzustellen, von den Problemen zu berichten. "Es ging da keinesfalls um eine Schuldzuweisung oder einen Verdacht", sagt er. "Wir kennen die Tätergruppe nicht, wollten als Nachbarn über das Profil unseres Hauses und unsere aktuellen Sorgen informieren", sagt er.

Vertreter des Lütten Kleiner Ortsbeirates rieten zum Installieren von Bewegungsmeldern, als sie von dem Problem erfahren haben. "Wir befassen uns damit, weil wir an einer guten Lösung interessiert sind", sagt Schuck. "Es liegt uns daran, dass unsere Bewohner einen schönen Lebensabend genießen können", so Schuck.

Elisabeth Seyboldt hat bis auf die Schmiereien von dem anderen Besuch nichts gemerkt. Die 86-Jährige, die früher lange Jahre ein Hotel in Warnemünde geführt hat, ist bewusst im September von Evershagen in diese neue Einrichtung umgezogen. "Meine Tochter hat dieses schöne Haus für mich entdeckt", sagt die Bewohnerin. "Ich fühle mich hier sehr wohl, das Personal ist sehr liebenswürdig, das Haus selbst gefällt mir auch gut", sagt die Frau, die über ihr vielseitiges Leben und ihre Erinnerungen ein kleines Büchlein geschrieben hat.

Das wichtige Gefühl der Geborgenheit an ihrem Lebensabend soll Elisabeth Seyboldt und den anderen bis 53 Bewohner künftig erhalten bleiben. Daran liegt Schuck und Einrichtungsleiterin Silke Grohmann und den anderen Mitarbeitern etwas und deshalb soll Vandalismus ein Riegel vorgeschoben werden.

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