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Mitfahrgemeinschaften : Neuer Trend: Mitfahren statt selbst fahren

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Die Preisspirale an der Zapfsäule lässt immer mehr Menschen auf Mitfahrgemeinschaften umsteigen. Um 30 Prozent stieg 2011 die Zahl derer, die sich auf Mitfahrgelegenheit.de eine Fahrgemeinschaft suchten.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2012 | 08:35 Uhr

Schwerin | Die Preisspirale an der Zapfsäule lässt immer mehr Menschen auf Mitfahrgemeinschaften umsteigen. Um 30 Prozent stieg 2011 die Zahl derer, die sich, im Vergleich zum Vorjahr, auf dem deutschlandweit größten Mitfahr-Portal Mitfahrgelegenheit.de eine Fahrgemeinschaft suchten. Angesichts der Benzinpreise sei das Mitfahren zum "Massenverkehrsmittel" geworden, so Simon Baumann, Sprecher der Firma Carpooling, die die Plattform betreibt. Mit zwei Mitfahrern refinanziere sich die Fahrt, rechnet er vor.

Dass sich immer mehr Menschen ihre Spritkosten mit anderen teilen, nimmt auch der ADAC wahr, der seinen Mitfahrclub auf der eigenen Homepage in Kooperation mit Mitfahrgelegenheit.de anbietet. Täglich werden hier etwa 60 000 Fahrten vermittelt. Gerade für die vielen Pendler aus MV gäbe es eigentlich keine Alternativen, sagt Christian Schäfer vom ADAC. Denn die tatsächlichen Kosten für das Fahrzeug, kritisiert der Experte, sind drastisch gestiegen. Die Pendlerpauschale decke diese nicht ab. Dass es immer mehr Fahrgemeinschaften werden, erkenne man an den vielen Autos, die tagsüber an den Autobahnabfahrten der A 20 und der A 24 stehen.

Die herkömmlichen Mitfahrzentralen mit Vor-Ort-Büros haben lange ausgedient, heute treffen sich Fahrer und Mitfahrer online und das kostenlos. Das am stärksten frequentierteste Portal Mitfahrgelegenheit.de gibt es seit 2001. Laut eigenen Angaben zählt die Plattform 3,6 Millionen registrierte Nutzer, tatsächlich werden die Besucher auf sechs Millionen geschätzt, denn die Mitfahrer müssen sich nicht listen lassen, um eine der angebotenen Fahrten zu nutzen. Per App lassen sich die Angebote auch von unterwegs überblicken. "Mitfahren wird dadurch noch einfacher", sagt Simon Baumann.

Online stehen aktuell 6388 Fahrten aus Rostock, 2102 Angebote aus Schwerin und 1257 aus Neubrandenburg, sowohl nach Nah als auch nach Fern. Die meisten Fahrten, die in der Woche angeboten werden, sind dabei typische Pendlerrouten: Fast die Hälfte der Angebote von Schwerin aus enden in Hamburg, der Rest in Rostock, Wismar und Lübeck.

Um den Menschen im Westen des Landes die Suche vor allem nach Berufspendlergemeinschaften zu erleichtern, hat der Regionale Planungsverband Westmecklenburg im November 2011 das MV-weit erste regionale Pendlerportal gegründet. Etwa 600 Menschen nutzen die Seite, täglich verbuchte die neue Plattform zuletzt 2000 Klicks, sagt Gabriele Hoffmann vom Verband.

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