Neuer Markt: Planer dürfen ran

Die Nordseite des Neuen Marktes soll geschlossen werden. Jetzt, wo die Stadt nach zähen Verhandlungen fast alle Grundstücke erworben hat, sollen die Architekten ran. Für 2009 plant die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) einen städtebaulichen Wettbewerb.

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21. Juli 2008, 11:32 Uhr

Rostock - Während der Neue Markt von historischen Häuserfronten und dem Rathaus eingefasst ist, klafft an der Nordkante noch eine große Lücke. Doch das soll sich schnell ändern. Zumindest ist das seit Jahren der erklärte Wille der Bürgerschaft – trotz einiger kritischer Stimmen, die sich gar nicht mit der Idee anfreunden können. Denn die Stadt will den Lückenschluss nicht nur aus ästhetischen oder historischen Gründen. Auf der Nordseite soll ein Komplex aus Wohnen und Handel entstehen. Das aktuelle Einzelhandelsgutachten unterstreicht für dieses Areal die enorme Bedeutung – neben dem Center am Glatten Aal, wo die Planungen allerdings weiter fortgeschritten sind. Mindestens 4000 Quadratmeter Verkaufsflächen sollen hier entstehen, heißt es in der Expertise.

Planungen mit zwei Jahren Verspätung
Wie das Ganze aussehen könnte, sollen nun Investoren, Planer und Architekten aufzeigen. Für 2009 will die RGS zu einem städtebaulichen Wettbewerb aufrufen. Die Grundlagen dazu habe die Bürgerschaft mit der Bestätigung des Sanierungsgebietes am 9. Juli geschaffen, informiert Geschäftsführer Reinhard Wolfgramm.

Damit kommen die Planungen allerdings mit zwei Jahren Verspätung in Gang. Schon im vergangenen Jahr sollte ein Wettbewerb gestartet werden. Doch es hakte an der Grundstücksfrage. Im März 2007 verwies Bausenator Peter Grüttner auf die schwierigen Kaufverhandlungen mit den Grundstücksbesitzern, vor allem mit den Erbengemeinschaften. Die hätten mit Blick auf den bevorstehenden Planungswettbewerb versucht, die Preise in die Höhe zu treiben. Zwei Jahre später ist das Problem zum großen Teil gelöst. „Wesentliche Grundstücke konnten für das Treuhandvermögen der Hansestadt Rostock erworben werden“, sagt RGS-Chef Wolfgramm. Damit seien die Rahmenbedingungen weitestgehend gesichert. Weitestgehend, denn noch fehlen einzelne Flächen, die ihre Besitzer nicht verkaufen wollen. Doch diese Grundstücke könnten das Projekt nicht mehr gefährden, heißt es aus der RGS, die als Treuhänder der Stadt am Verhandlungstisch sitzt.

Neben dem Gebiet direkt am Neuen Markt gehören die Areale zwischen Kleiner Wasserstraße und Großer Scharrenstraße zum Gesamtpaket „Nordbebaung Neuer Markt“. Es geht um Parkräume, Wege, Bushaltestelle und ähnliches, die notwendig werden, wenn an der Nordkante ein Gebäudekomplex für Wohnen und Handel entsteht.

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