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24. September 2017 | 08:58 Uhr

Neuer Hubschrauber im Hangar

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jun.2010 | 08:16 Uhr

Südstadt | Er ist mit neuer Technik ausgestattet und bietet einen schonenden und schnellen Transport. Zum ersten Mal ist gestern der nagelneue Intensivtransporthubschrauber der Johanniter am Hangar des Klinikums Südstadt gelandet. Dort ist er ab sofort stationiert. In einer Einweihungsfeier begrüßten etwa 100 Vertreter aus Politik und Medizin den blau-weißen Neuankömmling. Er löst seinen ausgedienten Vorgänger ab, der den heutigen medizinischen Versorgungsstandards nicht mehr entspricht. "Er bot zu wenig Platz und war weniger Leistungsstark", sagt Berenike Giera, Sprecherin der Johanniter Nord.

Der neu eingesetzte Helikopter des Modells Typ Eurocopter AS 365 N (Dauphin II) kann nicht nur Menschen mühelos und auf schnellstem Wege in die umliegenden Kliniken bringen, sondern auch während des Fluges eine bestmögliche medizinische Versorgung garantieren. "Er wird jährlich bei 250 Flügen akut behandlungsbedürftige Menschen transportieren", sagt Hans-Joachim Woller, Landesvorstand der Johanniter Nord.

Der Hubschrauber ist mit moderner Beatmungstechnik und einem erweiterten Monitoring, darunter ein invasives Blutdruckmessgerät, ausgestattet. Außerdem verfügt der Flugtransporter über sechs Injektomaten, eine Vakuummatratze, eine Absaugung und einen Einsatzrucksack. Vor allem durch die Spezialisierung vieler Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern herrsche akute Knappheit der Kapazitäten in der Intensivtherapie von Patienten. "Deshalb ist die Verlegung und ein damit verbundener Patiententransport nötig", sagt Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD). Als einer von drei Hubschraubern im Land wird er von nun an vor allem Schwerverletzte, Risikoschwangere und Frühchen im Inkubator in die entsprechend spezialisierte Klinik fliegen. Durch seine Reichweite von 1000 Kilometern ist es außerdem möglich, Krankenhäuser in größeren Entfernungen und sogar im angrenzenden Ausland anzufliegen wie etwa Kopenhagen, Danzig oder Amsterdam.

Seit 17 Jahren transportiert der Unfall-Hilfe-Verband Patienten. Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) erinnert sich noch genau an die Anfangszeit am Hangar des Südstadt Klinikums. "Damals diente dem Hubschrauber noch ein Zelt als Unterstand", sagt sie. Das heutige Modell hingegen steht geschützt in einem modern ausgebauten Hangar. In 15-jähriger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Rotorflug und des Klinikums betreiben die Johanniter die fliegende Rettungsstation. Weitere Unterstützung erhielten sie von der Landesregierung und zahlreichen Spendern. Ziel für die Unfall-Hilfe sei außerdem die Einrichtung einer zentralen Leitstelle zusammen mit dem Brandschutz- und Rettungsamt, so Jens. Sie hofft darauf, dass die Station noch dieses Jahr in der Hansestadt eingerichtet werden könne.

In Zahlen: Der Helikopter

Der Hubschrauber ist vom Typ Eurocopter AS 365 N (Dauphin II). Mit einer Fluggeschwindigkeit von bis zu 300 Stunden pro Kilometer hat der Helikopter mit einer Tankfüllung eine Reichweite von 1000 Kilometern. Die 1500 PS treiben einen Vierblattrotor an, der besonders schwingungsarm ist. Die Maschine entspricht der Leistungsklasse eins nach JAR-OPS (Betriebsvorschriften für den Verkehr mit Helikoptern. Neben einem Berufspiloten bietet der Hubschrauber Platz für einen Notarzt, einen Rettungsassistenten sowie einen Neonatologen und eine Neo-Schwester, einen Patienten und eine weitere Person.

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