Schwerin : Neue Verhandlung über Herzogkunst

Neue Runde im Streit um die Herzogkunst: Die Landesregierung will über den Ankauf von 260 Kunstwerken der mecklenburgischen Herzogin Donata in den Museen des Landes komplett neu verhandeln.

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12. Mai 2011, 10:59 Uhr

Neue Runde im Streit um die Herzogkunst: Die Landesregierung will über den Ankauf von 260 Kunstwerken der mecklenburgischen Herzogin Donata in den Museen des Landes komplett neu verhandeln. Darauf verständigte sich der Koalitionsausschuss von SPD und CDU am Dienstagabend, bestätigte Regierungssprecher Andreas Timm unsere gestrige Berichterstattung. Ein erster, unterschriftsreifer Vertrag war kürzlich an massivem Widerstand aus dem Landtag gescheitert. Viele Abgeordnete wehrten sich gegen den Plan, 3,4 Millionen Euro der Kaufsumme in Form von 400 Hektar landeseigenem Wald abzugelten. Der Gesamtwert der Stücke wird mit 7,9 Millionen Euro angegeben. Bei den Neuverhandlungen soll es nur um Geld gehen.

Für die SPD begründete Fraktionsvorsitzender Norbert Nieszery die Ablehnung: "Unser Landeswald muss für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich sein und darf nicht zum Privileg des Adels werden." Die 260 Gemälde, Möbel und kunsthandwerklichen Gegenstände waren nach dem Zweiten Weltkrieg der Familie zu Mecklenburg entzogen und nach der Wende restituiert worden. Das Land hat ein Nießbrauchsrecht bis 2014. Danach müssen die Stücke entweder zurückgegeben oder vom Land erworben werden.

Wegen des gescheiterten Vertrags, für den mehrere Jahre lang verhandelt worden war, fordert Donata zu Mecklenburg von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) knapp 100 000 Euro Entschädigung. Ihre Anwälte hätten bisher 60 000 Euro in Rechnung gestellt, 30 000 Euro Auslagen gegenüber Ministerien und 9000 für Forstgutachten seien hinzugekommen, argumentiert die Herzogin. Die Staatskanzlei prüft gegenwärtig die Forderung.

Herzogin Donata zu Mecklenburg von Solodkoff wurde als älteste Tochter von Herzog Christian Ludwig 1956 in Kiel geboren. Sie absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. Ihr Ehemann, Alexander von Solodkoff, ist als Historiker und Kunstsachverständiger tätig. Als ihr Vater 1996 starb, wurde Donata Herzogin zu Mecklenburg Alleinerbin ihres Vaters und fungiert heute als Familienoberhaupt im Großherzoglichen Haus von Mecklenburg - Schwerin. Sie lebt in Hemmelmark Barkelsby (Schleswig-Holstein).

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