Goldberg-Mildenitz mit Pferd erkunden : Neue Reitwegekarte beim Osterritt ausprobieren

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Leader-gefördertes Projekt nach sieben Jahren fertiggestellt: Pünktlich zum 4. Mecklenburger Osterritt am Sonnabend, 30. März, kann das Amt Goldberg-Mildenitz sein neues Reitwegenetz vorstellen.

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22. März 2013, 10:02 Uhr

Jetzt ist es offiziell: Der Amts bereich Goldberg-Mildenitz verfügt über ein geschlossenes Reitwegenetz. Reittouristen, die nach Goldberg kommen, haben mit der Stadt einen zentralen Punkt, um hoch zu Ross die Gegend zu erkunden. Von dort aus erreichen sie über ausgeschilderte Wege die Gemeinde Mestlin im Westen, im Süden Goldbergs Diestelow, nördlich der Stadt das Klosterdorf Dobbertin mit all seinen Sehenswürdigkeiten und ziemlich weit im Osten Krakow am See. Bis dorthin reichen die Ausschilderungen und das Reitwegenetz des Amtes Goldberg-Mildenitz mit zahlreichen kleinen Gemeinden innerhalb dieses Gebietes.

Ein voller Erfolg, wie Amtsleiterin Angela Marschall betont. Denn lange haben alle Reitfreunde darauf gewartet. "Immer wieder haben uns auch Pferdenarren angerufen und aufgefordert, etwas zu machen, damit sie genau wissen, wo sie in dieser Region reiten dürfen", erklärt Angela Marschall. Sieben Jahre hat es gedauert, vom Entwicklungskonzept, das 2008 begonnen wurde, über den Bau einer Reit- und Wanderwegebrücke über die Mildenitz bei Dobbin in den Jahren 2009 bis 2011 bis hin zur Fertigstellung der Reitwegekarte und den Beschilderungen entlang der Wege in den Jahren 2011 bis 2013. Das Projekt lief unter dem Namen "Qualitätsoffensive Reiterfreundliches Goldberg-Mildenitz" und hat insgesamt 122 461,39 Euro gekostet. Davon sind 102 908,68 Euro aus dem Fördertopf Leader gekommen. "Es hat ziemlich lange gedauert bis das Projekt insgesamt fertig war", erzählt Dipl.-Ing. Anja Bollmohr vom Institut für ökologische Forschung und Planung GmbH (biota) in Bützow. "Wir hatten mit ziemlichen Problemen und Widerständen zu kämpfen. An alles musste gedacht werden. So musste die Forstwirtschaft mit einbezogen werden, die Jäger, der Naturschutz und die Einwohner selbst", erklärt sie weiter.

Die Qualitätsoffensive Reiterfreundliches Goldberg-Mildenitz sollte im Einklang mit allen Beteiligten erfolgen, da auch einige Wege durch FFH-Gebiete führen. "Wir haben ziemlich lange gebraucht, vor allem auch bei den Genehmigungen durch die Anwohner, an deren Grundstücke die Reitwege entlang führen. Auch von denen brauchten wir die Zustimmung", verdeutlicht Amtsleiterin Angela Marschall. Doch jetzt ist alles fertig, pünktlich zum 4. Osterritt, das durch den Naturpark Nossentiner und Schwinzer Heide führt und vom Verein "Pferdefreunde Ostseeküste e.V." veranstaltet und organisiert wird. "Die Pferdefreunde Ostseeküste scheinen unsere Region zu mögen, denn der Osterritt findet bereits zum dritten Mal bei uns statt", erzählt Angela Marschall freudestrahlend. Getroffen wird sich am Sonnabend vor Ostersonntag, am 30. März, morgens um 9 Uhr auf der Festwiese in Sandhof, gegenüber dem Landesforstamt Sandhof, Waldstraße 35. "Bislang haben wir 119 Anmeldungen, Reiter mit Pferden oder Kutschen", sagt Angela Marschall. Bis zu 160 Teilnehmer waren es in den vergangenen Jahren. So soll es auch dieses Mal werden. Deshalb können sich Reiter oder Kutschenfahrer noch bis kurz vorm Start am Sonnabend anmelden. Wer sich jetzt schon anmelden will, kann dies beim Verein "Pferdefreunde Ostseeküste e.V." direkt tun. Weitere Information zum 4. Mecklenburger Osterritt und Osterfahrt gibt es im Internet unter www.pferdefreunde-ostseekueste.de.

Doch nicht nur das Projekt Reiterfreundliches Goldberg-Mildenitz wurde bislang von Leader gefördert, sondern auch andere Offensiven. Erst jüngst haben die Mitglieder des Amtsausschusses beschlossen, auch weiterhin in der Leader-Förderperiode 2014-2020 als LAG-Mitglied dabei zu sein. (Lokale Aktionsgruppe). Dabei setzen die Kommunalpolitiker auf Bewährtes. Denn einstimmig haben sie beim Amtsausschuss beschlossen, auch weiterhin Mitglied der LAG des bisherigen Altkreises Parchim zu sein. Heute trägt diese LAG den Beinamen Warnow-Elde-Land. Auch in den kommenden Jahren sollen noch Projekte durchgesetzt werden. Für das laufende Jahr sind im Amtsbereich drei Offensiven vorgesehen: Zum einen wird das Projekt "Wanderweg am Dobbertiner See" mit rund 75 900 Euro mit Leader-Mitteln gefördert. "Als zweites Projekt sehen wir eine Touristische Verweileinrichtung an der Draisinenstrecke für Draisinenfahrer, Wanderer, Radfahrer und Reiter vor", erklärt Kristin Hormann, Dipl.-Geographin bei der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern in Leezen. Diese Verweilstation wird überdacht sein, mit Vorrichtungen für Pferde, damit auch Reiter dort einige Zeit verschnaufen können. Beim dritten und letzten Projekt steht das Goldberger Naturmuseum im Vordergrund. "Wir wollen ein neues Konzept erstellen, damit das Museum auch für junge Leute attraktiver wird. Vor allem aber muss es von Grund auf saniert werden - im Innen- wie im Außenbereich", verdeutlicht Kristin Hormann weiter. Die Verweil einrichtung an der Draisinenstrecke wird mit 45 700 Euro unterstützt und das Museumskonzept mit rund 11 100 Euro. "Mit solchen Projekten wird diese Region attraktiver gemacht und vor allem eines: aufgewertet", so die Dipl.-Geographin abschließend.

Das freut vor allem auch Amtsleiterin Angela Marschall, die schon in den vergangenen Jahren interessiert an den Projekten gearbeitet hat und erfreut ist, was am Ende einer solchen Förderperiode herauskommt. "Wir sind in den vergangenen Jahren sehr gut mit Leader gefahren, vor allem auch weil die Projekte sehr gut von biota vorbereitet werden. Es hat noch keinen Antrag gegeben, der von Leader abgelehnt wurde", verdeutlicht Angela Marschall. Auch aus diesem Grund haben die Amtsausschussmitglieder sich dafür entschieden weiterhin in der LAG Warnow-Elde-Land zu bleiben. Für kommende Projekte und vor allem für die ländliche Region.

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