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Auch bei einem Aufsatz unsauber gearbeitet : Neue Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg

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Nach Recherchen der Internet-Plattform GuttenPlag hat der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch bei einem Aufsatz im Jahr 2004 unsauber gearbeitet.

München | Nach Recherchen der Internet-Plattform GuttenPlag hat der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch bei einem Aufsatz im Jahr 2004 unsauber gearbeitet. Der CSU-Politiker räumte ein, fremde Quellen genutzt zu haben. Jedoch handle es sich um ein "politisches Papier", nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.

Der Ex-Minister sagte der "Welt am Sonntag", die Internet-Plattform "liegt mit ihren Gegenüberstellungen vollkommen richtig". Aber im Gegensatz zu seiner Doktorarbeit handle es sich um ein politisches Papier, das in seinem Bundestagsbüro unter Mithilfe seiner Mitarbeiter entstanden sei. Es sei ursprünglich als Argumentationshilfe für die CSU-Landesgruppe entworfen worden. "Selbstverständlich wurden hierbei bestehende, fremde Quellen genutzt, da ja lediglich eine politische Meinung unterfüttert werden sollte", sagte Guttenberg. Der Text habe niemals den Anspruch gehabt, "eine eigenständige wissenschaftliche Leistung oder besonders innovativ zu sein". Obgleich bei politischen Papieren eher unüblich, enthalte es Quellenangaben.

In den eigenen Reihen mehren sich derweil skeptische Stimmen zu Guttenberg nach dessen Kritik an der CSU. Ein Comeback ist nach Ansicht von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) schwieriger geworden. "Ich fürchte, dass Karl-Theodor mit seinem Interviewbuch Wunden geschlagen hat, die so schnell nicht verheilen werden", sagte Friedrich.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) riet zur Besonnenheit. "Wir sollten Karl-Theodor zu Guttenberg und seine momentanen Aktivitäten nicht so wichtig nehmen", sagte er.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Hof bei den Ermittlungen gegen Guttenberg in der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit nicht von absichtlicher Urheberrechtsverletzung ausgegangen ist. Laut "Spiegel" sprechen die Ermittler in der Einstellungsbegründung von einem Eventualvorsatz. Guttenbergs Einlassungen, er habe bei der Doktorarbeit die Übersicht verloren und wissenschaftliche Quellen nur noch sporadisch studiert, seien "nachvollziehbar und jedenfalls nicht zu widerlegen", zitiert das Magazin.

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erstellt am 05.Dez.2011 | 01:18 Uhr

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