Neue Adern sichern Strom für Rostock - Leitungsnetz wird modernisiert

Die Freileitungsmonteure Franc Polzelnik (40) und Andreas Stelljes (32) der Firma SAG aus Gifhorn wechseln die Leitungsseile  zwischen Schutow und Güstrow aus. Foto: Georg Scharnweber
Die Freileitungsmonteure Franc Polzelnik (40) und Andreas Stelljes (32) der Firma SAG aus Gifhorn wechseln die Leitungsseile zwischen Schutow und Güstrow aus. Foto: Georg Scharnweber

Neue Hochspannungsleitungen werden zwischen Rostock und Güstrow verlegt. In der Nähe von Schutow ziehen zehn Freileitungsmonteure derzeit daumendicke Kabel in Schwindel erregender Höhe. Durch die Leitungen fließen 110 000 Volt – damit die Hansestadt sicher mit Strom versorgt ist.

von
20. Oktober 2008, 08:09 Uhr

Rostock - Es ist keine Akrobatik, die in diesen Tagen in Schutow zu beobachten ist. Die Männer, die in 25 Metern Höhe an den Strommasten arbeiten, verrichten einen anstrengenden und durchaus gefährlichen Job, der Rostock vor dem Strom-Blackout bewahren soll.

Auf einer Strecke von 35 Kilometern zwischen Güstrow und der Hansestadt montieren Spezialisten der Energieversorger E.onedis AG und Sag GmbH neue Leiterseile. Die alten stammen aus dem Jahr 1954 und sind korrodiert. Im Kern eines Seils wurde Rost entdeckt – Alarmsignal für Netzmeister Roland Seifke. Er kontrolliert mit seinem Team regelmäßig diese Teile des Stromnetzes. „Wenn eine Leitung, wie die von Güstrow nach Rostock, mehr als 50 Jahre in Betrieb ist, schneiden wir ein Stück Seil heraus und lassen dieses von Werkstoffspezialisten prüfen“, sagt Seifke.

Die neuen daumendicken Kabel bestehen aus einem Stahlkern und einem Aluminiummantel. Sie werden bei laufendem Betrieb ausgewechselt. Das ist möglich, weil im System eines Masten immer ein Seil ohne Spannung ist. An dem alten wird das neue befestigt und dann über Rollen nach oben gezogen.
Seit August laufen diese Arbeiten auf der Strecke zwischen Güstrow und dem Umspannwerk Rostock-Schutow.

Besondere Vorsicht erfordert die Modernisierung an Straßenkreuzungen, Flussquerungen und Gleisanlagen der Bahn. Über die Schienen errichten die Monteure Schutzgerüste, in der Nähe der Bundesautobahn A 20 und an der Warnow werden zusätzliche Rollen angebracht. All dies, damit die Stromadern nicht durchhängen, was sehr gefährlich werden kann.
Noch bis November werden insgesamt 220 Kilometer neues Leiterseil an 159 Masten befestigt. Die Arbeitskosten insgesamt liegen bei zirka 1,3 Millionen Euro.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen