Navi-Dieben das Handwerk gelegt

Kriminaltechniker Henri Beckmann sichert die Spuren an einem Fahrzeug. Fingerabdrücke, Glassplitter und Faserrückstände können einen Navi-Dieb überführen. Foto: Hentschel
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Kriminaltechniker Henri Beckmann sichert die Spuren an einem Fahrzeug. Fingerabdrücke, Glassplitter und Faserrückstände können einen Navi-Dieb überführen. Foto: Hentschel

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14. August 2008, 08:22 Uhr

Schwerin - Die Ermittlungsgruppe „Navi“ der Schweriner Kriminalpolizei hat ganze Arbeit geleistet: „Wir ermitteln gegen insgesamt sieben Tatverdächtige“, sagt Kripo-Chef Bernd Knitter. In allen Fällen gehe die Polizei davon, dass die Navigationsgeräte gestohlen worden seien, um den Konsum von Drogen zu finanzieren.

Seit Jahresbeginn hatten die Ordnungshüter in der Landeshauptstadt einen verstärkten Diebstahl von mobilen Navigationsgeräten verzeichnet. „Bis Ende März wurden rund 160 Autos aufgebrochen und 60 Geräte entwendet“, berichtet Knitter. Am 1. April sei daraufhin die Einsatzgruppe „Navi“ gegründet worden – 15 Beamte, die sich um Ermittlung, Auswertung und operative Maßnahmen kümmerten, unterstützt von weiteren Polizeieinheiten.

Schon kurz nach der Gründung der Einsatzgruppe gab es den ersten Fahndungserfolg. „Auf dem Großen Dreesch konnten wir zwei Tatverdächtige stellen“, so der Kripo-Chef. Einem der beiden Männer, einem 20-jährigen Schweriner, hätten allein insgesamt 20 Taten nachgewiesen werden können.

„Dabei haben unsere Kriminaltechniker und das Kriminaltechnische Institut des LKA eine wichtige Rolle gespielt“, erläutert der Leiter der Einsatzgruppe „Navi“, Olaf Schult. So hätten Glas- und Faserspuren den Tatverdächtigen mit überführt. Der 20-Jährige verbüße mittlerweile eine mehr als zweijährige Haftstrafe. Vorübergehend kehrte Ruhe ein in Sachen Navi.

Im Juli habe es dann allerdings eine zweite Welle von Kfz-Aufbrüchen gegeben, bei denen
40 Navigationsgeräte gestohlen worden seien, so Knitter. „Betroffen waren auffällig oft auswärtige Besucher der Schlossfestspiele.“ Sofort habe die Einsatzgruppe „Navi“ ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. „Den Beamten gelang es, einen mutmaßlichen Intensivtäter auf frischer Tat zu ertappen“, schildert der Kripo-Chef.

Dem ebenfalls 20-Jährigen, der wegen anderer Delikte inzwischen auch in Haft sitze, könnten nach jetzigem Stand schon vier Kfz-Aufbrüche nachgewiesen werden. „Und die Auswertung der Spuren ist noch nicht abgeschlossen“, so Knitter.

Trotz des Fahndungserfolges sollten Besitzer von mobilen Navigationsgeräten nicht sorglos sein. „Erfahrene Diebe kennen jedes Versteck“, warnt der Kripo-Chef.

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