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Schwerin : Nahverkehr macht sich für Ola stark

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Das Deutsche-Bahn-Unternehmen verliert zwei Strecken in MV. Und wie geht es weiter mit der Ola? Als Gesellschafter setzt der Schweriner Nahverkehr darauf, dass die Züge zwischen Rehna und Parchim weiter rollen.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2013 | 10:16 Uhr

Wie geht es weiter mit der Ola? Die Zukunft der Ostseeland Verkehr GmbH, an der der Schweriner Nahverkehr mit 30 Prozent beteiligt ist, erscheint Beobachtern durchaus ungewiss. Grund: Die Ola verliert von Dezember kommenden Jahres an zwei ihrer drei Strecken in Mecklenburg-Vorpommern. Den Zuschlag für die Bahnstrecken Bützow-Güstrow-Neubrandenburg-Stettin sowie von Stralsund nach Neustrelitz habe die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio erhalten, teilte erst jüngst das Verkehrsministerium mit.

Dass wenigstens die Ola-Züge auf der noch verbleibenden Strecke - Rehna-Schwerin-Parchim - auch nach dem Jahr 2014 rollen, darauf setzt der Geschäftsführer des Schweriner Nahverkehrs, Norbert Klatt. "Wir haben unser Interesse an einer Fortführung der Strecke klar signalisiert." Entscheidungen über die Beteiligung an Ausschreibungen allerdings würden beim Veolia-Konzern getroffen, dem der Löwenanteil von 70 Prozent an der Ola gehöre, so Klatt.

Die Ola entstand im im Frühjahr 2005 durch eine Fusion der 1997 gegründeten Ostmecklenburgischen Eisenbahngesellschaft (OME) und der 2000 aus der Taufe gehobenen Mecklenburg-Bahn. Ihren Sitz hat die Ola wie der Schweriner Nahverkehr im Haselholz. Aus der Aufgabe der beiden Strecken im Nordosten ergäben sich für den Nahverkehr zunächst keine finanziellen Nachteile, erklärt der Geschäftsführer. "Wir haben mit der Veolia eine feste Garantiedividende vereinbart." Eine andere Frage sei freilich, was aus den derzeit rund 150 Ola-Beschäftigten werde, so Klatt. Für die Strecke Rehna -Schwerin-Parchim würden lediglich noch etwa 40 Leute benötigt. "Aus unserer Sicht sollten alle Beteiligten darauf hinwirken, dass so viele Mitarbeiter wie möglich von der DB Regio für den weiteren Betrieb auf den Strecken Bützow-Güstrow -Neubrandenburg-Stettin und Stralsund-Neustrelitz übernommen werden", betont der Nahverkehrs-Chef.

Bemerkenswert: An der Ausschreibung der Strecke Bützow-Güstrow -Neubrandenburg-Stettin hatte sich die Ostseeland Verkehr GmbH gar nicht mehr beteiligt, wie Ola-Geschäftsführer Dirk Fischer bestätigt. Das sei eine "Gesellschafter-Entscheidung" gewesen, sagt er knapp. Tatsächlich befürchten etwa Bahn-Gewerkschafter schon länger, dass sich der Veolia-Konzern mit Hauptsitz in Frankreich zugunsten seiner Energiesparte aus dem Verkehrsengagement zurückziehen könnte. An der Strecke Rehna -Schwerin-Parchim mit werktags rund 1500 Fahrgästen habe die Ola weiter ein grundsätzliches Interesse, betont dagegen Geschäftsführer Fischer. "Wir werden uns die Bedingungen des Landes genau anschauen", kündigt er an.

Laut Steffen Wehner, Sprecher des Verkehrsministeriums, bedient die Ola die Strecke Rehna -Schwerin-Parchim derzeit auf der Grundlage eines Sondervertrages, der - bei einer bereits geplanten Verlängerung - noch bis Ende kommenden Jahres gelten wird. Bis zum Sommer solle es Klarheit über eine neue reguläre Ausschreibung geben, die dann auch die Strecke zwischen Hagenow und Neustrelitz mit einbeziehen werde, auf der aktuell die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) verkehre, so Wehner.

An der Fortsetzung des Ola-En gagements zwischen Parchim und Rehna sei dem Schweriner Nahverkehr nicht nur gelegen, weil die Fahrgast zahlen stimmten, sondern auch noch aus einem anderen Grund, erläutert Geschäft sführer Klatt. "Wir warten auf unsere m Betriebsgelände im Haselholz die Züge, die auf der Strecke verkehren." An diesem Auftrag hingen direkt drei Arbeitsplätze.

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