Nachwuchsjournalisten räumen ab (Kopie 1)

Wie machen es denn die Großen? Vivien Wildberg, Josephine Malbrecht und Alice Nhatumbeo aus Güstrow stöberten vor der Preisverleihung im Blätterwald - und gehörten später mit ihrem eigenen Blatt zu den Gewinnern. Udo Zander
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Wie machen es denn die Großen? Vivien Wildberg, Josephine Malbrecht und Alice Nhatumbeo aus Güstrow stöberten vor der Preisverleihung im Blätterwald - und gehörten später mit ihrem eigenen Blatt zu den Gewinnern. Udo Zander

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27. April 2010, 10:46 Uhr

Sie sind jung, sie sind sorglos, aber keineswegs uninteressiert und schon gar nicht unkritisch: Schülerzeitungsreporter aus Mecklenburg-Vorpommern. Beim fünften landesweiten Schülerzeitungswettbewerb, ausgerufen vom Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern (JMMV) und dem Bildungsministerium, haben haben die Nachwuchsjournalisten in Neubrandenburg bewiesen, dass sie sich durchaus mit den großen Zeitungen messen können.

36 junge Redaktionen waren mit ihren Zeitungen am Start und stellten sich der 14-köpfigen Jury, die aus Vertretern des JMMV, Zeitungsredakteuren der Medienpartner Nordkurier und der Schweriner Volkszeitung sowie jungen Nachwuchsreportern bestand. Diese staunte nicht schlecht: "Wir haben wirklich sehr gute Texte gesehen, tolle Layouts und auch super Bilder", sagt Jury-Mitglied Marie Kutzer. Gestern wurden die besten drei der jeweiligen Schularten im Neubrandenburger Schauspielhaus ausgezeichnet und zwei Schüler bekamen einen Sonderpreis in der Kategorie "kritische Meinungsäußerung". Johann Teller vom Frederico Franciceum aus Bad Doberan überzeugte mit seinem Beitrag "0 Sekunden für den Raumwechsel", in dem er sich prüfend mit den Pausenzeiten auseinandersetzte. Rebekka Thiedig wurde für ihren Bericht "Nach 12 Jahren - endlich der letzte Schultag" für vorbildliche kritische Meinungsäußerung prämiert. Die Schülerin hatte in ihrem Text die Feiergewohnheiten der Abiturienten bemängelt.

Besonderes viel Lob gab es auch von Bildungsminister Henry Tesch (CDU): " Schülerzeitungen stellen Öffentlichkeit her und informieren in ihrem jeweiligen Umfeld über Probleme und Fragen. Da ist eine kritische Grundhaltung sehr wichtig."

Beim Wettbewerb, dessen Motto auf die bunte Kuh als Maskottchen und den Mut von Schülerzeitungsredakteuren anspielt, gab es in diesem Jahr auch zwei Überraschungspreise. Mit einem erfolgreichen Schülerfirma-Konzept beeindruckten die jungen Reporter der "Szett" - der Schülerzeitung der Allgemeinen Förderschule aus Güstrow - die Juroren. Denn sie haben es geschafft, ihre Ausgabe gewinnbringend zu vermarkten, weil sie regelmäßig Anzeigen verkaufen.

Die 3. Schule am Hasenwald aus Schwerin konnte mit ihrer "Schülerzeitung" durch ihre Rätsel punkten. Ein buntes Potpourie von Lehrerfotos aus Kindertagen sogte für zahlreiche Schmunzler, und dass nicht nur bei den Schülern, sondern auch den Jury-Mitgliedern.

"Die Idee ist so super, dass wir sie auch übernehmnen wollen", waren sich Lilly Berger, Til Salewski und Pia Louisa Lander einig. Die drei Jungredakteure von der Grundschule Tutow gehören zu den Stammschreibern der schuleigenen Zeitung "Brit" und sind zudem die jüngsten Jury-Mitglieder. Ihren kritischen Blicken entging nichts. "Es war streckenweise etwas mühselig, aber der Aufwand hat sich gelohnt", erklärt Til Salewski. Denn als Zeitungsschreiber weiß er genau, worauf es ankommt und wie viel Arbeit in einem Text steckt. "Unsere Redaktion ist auch stets auf der Suche nach guten Themen und tollen Tipps und da ist so ein Wettbewerb eine gute Möglichkeit, sich von anderen inspirieren zu lassen", erzählt Lilly Berger.

Dass sie hinter ihrem eigenen Produkt nicht verstecken müssen, zeigen die gewonnenen Preise: Die "Brit" bekam den ersten Preis in der Kategorie beste Schülerzeitung der Grundschulen einen Sonderpreis für das beste Titelblatt. Für ihre besonders gelungene Seite Eins wurde zudem die Zeitung "Claro" der Regionalen Schule Lübtheen mit einem Sonderpreis geehrt.

Ohne einen Preis, aber mit einer lobenden Erwähnung fuhr die Redaktion des "IT-Spicker" zurück nach Putbus. Denn die Berufsschule gingen als Einzelbewerber an den Start.

Der JMMV ist als Mitausrichter des Landeswettbewerbs auch für die kommenden Jahre positiv gestimmt. Denn Schülerzeitung als Papiermedium werde es immer geben, ist sich Pressesprecherin Marie Kutzer sicher. Zwar gehe der Trend bei den Kursen, die der Verband anbietet, immer mehr in Richtung digitale Medien, aber die traditionelle Nachrichtenverbreitung über das Papier sei keineswegs antiquarisch, betont die junge Schwerinerin. "In vielen Redaktionen fehlt einfach das technische Knowhow", sagt Marie Kutzer.

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