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Wismar : Nachwuchs werkelt an Masten und Planken

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Neun Monate sind vergangen, seitdem ein Vertrag zwischen Club Maritim und Technischen Landesmuseum, sowie Sponsorenunterstützung die Basis für neue Aktivität mit Kindern und Jugendlichen bildet.

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erstellt am 28.Jan.2011 | 11:54 Uhr

Das schabende Geräusch ist nicht zu überhören, wenn Steven Fauk mit der Raspel das weiche Sperrholz bearbeitet. Der Viertklässler der Seeblick Grundschule hat inzwischen erfahren müssen, was passiert, wenn er dabei ungewollt abrutscht. Dann hinterlässt das grobe Werkzeug tiefe, unschöne Spuren, wo sie nicht hingehören. "Man muss höllisch aufpassen", bestätigt der Zehnjährige. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass ihm gerade bei dieser schwierigen Tätigkeit schon mal etwas kaputtgegangen ist. Doch jetzt ist der fast 50 cm lange Rumpf seines künftigen Segelschiffs-Modells im Rohbau fast fertig. Nun muss noch der in mehreren Lagen zusammengeleimte Kiel so bearbeitet werden, dass er sich spitz und schlank zeigt. Sein Klassenkamerad Johannes Kändler ist mit seinem Modell sogar schon etwas weiter. Dessen Segler trägt bereits den Mast und verfügt über eine Öffnung im Deck. "Da kommt eine Funkfernsteuerung rein, die habe ich schon", erklärt er recht stolz. In einem der nächsten Arbeitsschritte will er sich ums Betakeln des Mastes kümmern. Dazu liegt bläuliches Spinnaker-Tuch bereit. Oliver-Eric Lehmann (10) von der Goetheschule kämpft indessen mit der Tücke einer Laubsäge. Das Arbeiten mit dem recht groben Rundsägeblatt erfordert einiges Geschick. Nicht jeder Schnitt gelingt auf Anhieb. Sein Bootskiel soll einmal so bearbeitet sein, dass er das Ballastgewicht aufnehmen kann. Doch wie alle anderen darf er in schwierigen Momenten auf Unterstützung von Modellbau-Profi Norbert Burmeister hoffen. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Seit Beginn der Bastelnachmittage gilt der ehrenamtliche Betreuer als der hilfreiche, gute Geist der Bastlerschar. Je nach verfügbarer Zeit weisen die einzelnen Modelle auch einen unterschiedlichen Fertigungszustand auf. Gemeinsamkeiten des Modellbauer-Nachwuchses gibt es dennoch genügend. Die Kinder sind nicht nur alle von Anfang an dabei, sondern wollen ihre Modelle bis Anfang April fertigstellen. Denn dann dürfen sie ihre ersten größeren Arbeitsergebnisse gemeinsam mit echten Profis präsentieren - und zwar in der Schiffsmodell-Ausstellung am 9./10. April im Wassertor des Clubs Maritim. Ob diese Art von niveauvoller und auch kontinuierlicher Freizeitbetätigung Bestand hat, war mit Gründung der Schiffsmodell-Arbeitsgemeinschaft Ende April 2010 noch nicht absehbar. Gut neun Monate sind vergangen, seitdem ein Vertrag zwischen dem Club Maritim und dem Technischen Landesmuseum (TLM) sowie Sponsorenunterstützung die Basis für diese neue Aktivität mit Kindern und Jugendlichen bildet. Damit ist jeden Donnerstag ab 15 Uhr fleißiges Werkeln in der ehemaligen Berufsschule in der Bürgermeister-Haupt-Straße 25 angesagt. Bis zum Einzug in das im Bau befindliche PhanTechnikum, ist es der vorläufige TLM-Verwaltungssitz. "Durchschnittlich kommen sieben bis neun Teilnehmer vorbei", sagt Norbert Burmeister. Allerdings biete der zur Bastelwerkstatt umfunktionierte Klassenraum noch etliche Arbeitsplätze mehr. Gebaut wird derzeit nach bewährten Zeichnungen für Einsteigermodelle in Knickspantenbauweise. "Später könnten einmal Schiffsrümpfe mit echter Beplankung entstehen", schaut der Modellbau-Profi schon mal in die Zukunft.

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