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Künstler von Rothen öffneten ihre Werkstatttüren : Nachtcafé, dicke Frauen und gebackene Bilder

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Im Rahmen von "Kunst offen" boten am Wochenende viele Ateliers Besuchern die Möglichkeit, Kunst zu erleben, Künstlern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Gelbe Schirme, überall begegneten sie Pfingstausflüglern am Wochenende als Wegweiser durch die vielfältige Kulturlandschaft unserer Region. Im Rahmen von "Kunst offen" boten viele Ateliers Besuchern die Möglichkeit, Kunst zu erleben, Künstlern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Der Rothener Hof, Wirkungsstätte einer Künstlergemeinschaft, zog mit einem breiten Angebot viele Besucher an. In der Kunstscheune standen gleich mehrere Werkstatttüren offen. Takwe Kaenders, bekannt durch ihre Metall-Skulpturen, hat Email in ihre gestalterische Arbeit einbezogen.

Leuchtende gebrannte Farben strahlen von kleinen , an der Wand hängenden Täfelchen. In der Kombination mit Metall und Licht ist Email als Schmuckdetail auf Lampensäulen zu finden.

Wer mochte, konnte mit Takwe Kaenders auch auf den neu hergerichteten riesigen Scheunenboden steigen. Erstmalig fand hier am Pfingstsonnabend ein Nachtcafé statt. Lyrik, frisch aus der Poesiewerkstatt, wurde dem Publikum präsentiert. "Zu bestimmten Anlässen wollen wir unseren Besuchern hier oben weiterhin kulturelle Programme bieten", so die Metallgestalterin.

Interessant ist es, Daniela Melzig zuzuhören, wenn sie ihre Exponate erklärt, Glas-Druck-Objekte."Gebackene Bilder" nennt sie sie auch. Eingescannte Fotos werden am Computer für das künstlerische Projekt entsprechend bearbeitet, dann erfolgt ein Umdruck auf Glas. "Ansichten wechseln, Gemeinsamkeiten bleiben", hat sie die Arbeiten zum Mestliner Kulturhaus untertitelt. 2000 Fotos, die sie vom Mestliner Bürgermeister bekam, hat die Künstlerin dafür gesichtet. Die Serien "Rummelplatz", "Baustelle" oder "Tanz" widerspiegeln einstiges Dorfleben.

Die Kunst von Reinhard Riesch kann man gleich im Raum nebenan erleben oder "erlesen", es geht um Buchstaben und um Worte. Auf Leinwand oder auf bestickten Servietten sind sie als Geschenk zu erwerben, Wörter, die man retten möchte, Wörter als besondere Botschaft in besonderer Form, zum Beispiel als "Wortdaumenkino".

Auch die Türen des benachbarten Gutshauses standen für Besucher offen. Schon vor dem Eingang Kunst zwischen Rosen und Sommerblumen: Betonfiguren von Stefan Albrecht. Der Reigen der dicken Damen war immer wieder beliebtes Fotoobjekt.

In den Räumen des Gutshauses zeigte Christian Lehsten seine Fotoausstellung "Säulenordnung". Vor einigen Wochen war er wieder mit dem Münchener Maler Wolfram Kastner mit seiner 167 Zentimeter hohen Säule unterwegs. Ob Landschaft, Gebäude, historische Stätten abgelichtet werden, die Säule wird zum Grundelement des Bildes, lässt den Betrachter innehalten und Gewohntes anders sehen. Alte und neue Fotos sind durch inhaltliche Botschaften verbunden, das Atomkraftwerk neben den Windrädern, die Elbphilharmonie neben dem Mestliner Kulturhaus...

Schmuck aus edlem Material aus der Werkstatt von Gabriele von Lehsten gab es im Gutshaus ebenfalls zu sehen. Auch in der Galerie Rothener Mühle ist noch eine besondere Arbeit von ihr ausgestellt, "Ketten Reaktion", ihre künstlerische Antwort auf die Katastrophe von Fukushima (SVZ berichtete.) Im September wird die Goldschmiedin von der GEDOK FormArt für diese Arbeit mit dem Klaus Oschmann Preis geehrt.

Für eine kleine Erholungspause, einen herzhaften Imbiss oder Kaffee und Kuchen im Freien vor der Kulturscheune nahmen sich viele "Kultourende" Zeit, bevor es weiter ging, nach Bolz, Lenzen, Dabel, Mestlin...

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erstellt am 15.Jun.2011 | 11:44 Uhr

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