Nach Unfall im Stich gelassen

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11. Juni 2008, 08:33 Uhr

Sternberg - Eckhard Koch ist mit Herz und Seele Feuerwehrmann. Und das seit über 30 Jahren. Doch der 58-Jährige fühlt sich im Stich gelassen. Nicht von seinen Kameraden, wohl aber von der Feuerwehrunfallkasse.

Als die Feuerwehrunfallkasse 2005 den Kameraden empfahl, an einem Konditionstraining „Fit for fire“ teilzunehmen, war er sofort dabei. „Als aktives Mitglied muss man bei einem Einsatz ja quasi von 0 auf 150 kommen. Da schien es mir nur logisch, an so einem Training teilzunehmen“, sagt Eckhard Koch. Dann, im dritten von zehn Kursen, passierte es: „Beim Überlaufen der Bank riss die Achillessehne“, so der Brüeler.

Was folgten waren eine Operation in Crivitz und der Aufenthalt in einer Rehaklinik. Die Feuerwehrunfallkasse zahlte und die Brüeler Kameraden halfen, Arzt- und sonstige Termine, die mit dem Unfall zusammenhingen, wahrnehmen zu können.

Aber ein Jahr nach der OP musste er sich einem Gutachter der Feuerwehrunfallkasse in Hamburg vorstellen. „Das dauerte nicht mal 20 Minuten und verabschiedet wurde ich mit dem Satz: Wenn Sie nicht einverstanden sind, können Sie das Gutachten ja anfechten“, erinnert sich Eckhard Koch. Kurze Zeit später las er dann schwarz auf weiß: „Nicht das Konditionstraining sei schuld gewesen, sondern es handele sich hier um natürlichen Verschleiß als Ursache“, kann der Kamerad bis heute noch nicht diese Wendung fassen. Er forderte ein zweites Gutachten. Das kam zu dem gleichen Schluss. Inzwischen wehrt sich Koch über einen Anwalt. „Wenn sich die Feuerwehrunfallkasse durchsetzt, muss ich mit massiven finanziellen Forderungen aus der damaligen OP, der Reha u. a. rechnen.“
Sein Herz hängt nach wie vor an der Brüeler Feuerwehr. „Ich war bis zum Schluss aktiv im Einsatz. An so etwas ist gar nicht mehr zu denken. Und weil ich nicht lange stehen kann, bin ich meinen Kameraden nicht mal mehr beim Tag der offenen Tür im Gerätehaus eine Hilfe“, sagt er.

30 Einsätze pro Jahr hat die Brüeler Wehr, darunter viele Hilfeleistungen bei schweren Verkehrsunfällen. „Dafür ist man auch mit 65 Jahren schon zu alt und den hohen Anforderungen körperlich nicht mehr gewachsen“, gibt Koch zu bedenken. Dass die Regierungskoalition in Schwerin die Altersobergrenze für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr jetzt von 65 auf 67 Jahre heraufsetzen will, das ärgert den Feuerwehrmann.

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