Nach Spendenskandal: CDU sucht Kandidaten

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10. Oktober 2008, 06:26 Uhr

Greifswald - Überschattet von den Spendenvorwürfen gegen den CDU-Abgeordneten Ulrich Adam beginnen die Christdemokraten in Ostvorpommern, Greifswald und Demmin mit der Kandidatensuche für die Bundestagswahl 2009. Wie der Greifswalder Kreischef Egbert Liskow gestern sagte, soll der Kandidat voraussichtlich am 10. Januar in Demmin von allen drei Kreisverbänden auf einem Nominierungsparteitag bestimmt werden. Adam könne weiterhin zu den Kandidaten gehören, betonte Liskow. Bisher gebe es keine Entscheidung, Adam automatisch aus der Kandidatenliste auszuschließen. Daneben hätten die Kreisverbände aber auch andere potenziell geeignete Kandidaten.

Adam, der seit 1990 für die CDU im Bundestag sitzt, war im April wegen nicht ausgewiesener Spenden in die Kritik geraten. Der 58-Jährige soll zur Finanzierung seiner Bundestagswahlkämpfe Sachspenden in sechsstelliger Eurohöhe vom Gründer der arbeitgeberfreundlichen AUB, Wilhelm Schelsky, erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen Adam im Zusammenhang mit den Spenden des Verdachts der Steuerhinterziehung.

Wie Liskow weiter sagte, haben sich die drei Kreisvorsitzenden in dieser Woche darauf verständigt, eine Findungskommission für die Kandidatensuche einzusetzen. Dieser Vorschlag soll nun den Kreisverbänden vorgestellt werden. Gestern Abend wollte sich dazu der Kreisverband Ostvorpommern treffen. Der Kreisverband Greifswald berät in der kommenden Woche über das Prozedere der Kandidatensuche.

Als ein Anwärter für die Nachfolge Adams gilt der Landtagsabgeordnete Matthias Lietz. Der Lubminer war von den CDU-Mitgliedern Ostvorpommerns ins Gespräch gebracht worden. Lietz selbst wollte sich zu einer möglichen Kandidatur nicht äußern. „Dazu ist es derzeit zu früh.“ Zudem müssten die Gremien entscheiden.

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