Nach Rückkehr von Sexualstraftäter keine Therapie-Lösung in Sicht

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20. Oktober 2008, 05:20 Uhr

Potsdam/Joachimsthal - Im Umgang mit dem nach Brandenburg zurückgekehrten vorbestraften Sexualstraftäter zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. Es sehe nicht danach aus, dass das Problem in absehbarer Zeit gelöst werde, sagte Thomas Melzer, Sprecher des Brandenburger Justizministeriums, am Montag in Potsdam.

So schnell könne keine Einrichtung gefunden werde, in der der Mann eine Therapie machen könne. Der 50-Jährige hatte die Vorbereitung auf eine Therapie im Müritzkreis in Mecklenburg-Vorpommern abgebrochen und war am vergangenen Freitag in seinen Heimatort Joachimsthal (Barnim) zurückgekehrt. An beiden Orten gab es aus Angst vor erneuten Übergriffen Proteste.

Verurteilter Sexualstraftäter will vorerst in Joachimsthal bleiben
Der nach seinem abgebrochenen Therapieaufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende überraschend ins brandenburgische Joachimsthal zurückgekehrte verurteilte Sexualstraftäter Werner K. will nun ein normales Leben führen. „Ich möchte jetzt für meinen Vater da sein und das Haus umbauen. Ich will vor allem meine Ruhe“, sagt der 50-jährige gelernte Maurer der „Berliner Zeitung“ vom Montag.

Zu einem späteren Zeitpunkt wolle er sich auch eine Arbeit suchen, allerdings nicht in Joachimsthal, sondern weit weg. Die ständige Überwachung seines Hauses durch die Polizei und die Präsenz der Boulevardpresse störten ihn nicht. „Ich habe mir ein dickes Fell zugelegt.“

K. war Mitte April nach 22 Jahren Haft wegen mehrfacher Vergewaltigung von Frauen und Kindern freigekommen und zu Verwandten nach Joachimsthal gezogen. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof einen Antrag auf nachträgliche Sicherungsverwahrung wegen rechtlicher Mängel zurückgewiesen. Er gilt noch immer als stark rückfallgefährdet.

Anfang September hatte der 50-Jährige nach Bürgerprotesten seinen Heimatort verlassen und war in die sozialtherapeutische Einrichtung Schloss Zahren im Müritzkreis gezogen. Nach Protesten brach er die Therapie jedoch ab.

Der Leiter der Einrichtung Schloss Zahren, Uwe Simon, bedauerte den Schritt von Werner K. „Er hat begonnen, sich zu öffnen, hat sogar Einsicht in seine ersten Taten gezeigt“, sagte der Leiter dem Blatt. Dies sei Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Simon bezeichnete den Abbruch der Therapie als eine Katastrophe. „Werner ist wie eine Bombe, die nicht hochgehen will. Aber wenn sie hochgeht, dann wird das verheerend.“


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